Das Buch „Komm du mir nach Hause“ von Lotta Lundgren ist alles andere als ein gewöhnliches Kochbuch. 66 Rezepte für Suppen, Gemüse, Fleisch- und Fischgereichte, Desserts und Kuchen werden in „Komm du mir nach Hause“ mit farbgewaltigen Bildern perfekt in Szene gesetzt und lassen einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Eingeleitet werden sie allesamt durch faktisch informativen und teils skurrilen Gedankengängen in einem unverwechselbaren Sprachstil, der einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert und einfach Spaß beim Kochen bereitet.

Das etwas andere Kochbuch für die „perfekte Ehefrau“

Das „Kochbuch“ von Lotta Lundgren ist anders, es soll uns erfinderisch machen, damit wir die richtige Würze, Schärfe und Süße selbst herausfinden. Und es soll uns anregen, schrittweise zu einem persönlichen Kochstil zu finden. Wir sollen unsere Gerichte „sehen, riechen und schmecken“ und schauen, was in unseren Töpfen brodelt. Kochen nach Gefühl kann zwar gelegentlich gelingen, aber Abschmecken hat sich bewährt.

Dabei sollten wir uns immer wieder fragen, ob wir dem perfekten Geschmackserlebnis überhaupt noch näher kommen müssen oder ob es schon schmackhaft genug für uns ist. Nur mit persönlichen und individuellen Abwandlungen der Zubereitungsempfehlungen, können Gerichte gelingen, die einen unverwechselbaren Geschmack treffen, nämlich den, den wir selbst am besten kennen – unseren eigenen. Genau hier setzt „das Kochbuch für die perfekte Ehefrau“ an und zeigt, wie etwas Mut zur Kreativität ausreicht, um das Zepter in der Küche an sich zu reißen, den Kochlöffel zu schwingen, ohne dabei Sexappeal einzubüßen – modernes Kochen mit Stil eben, ohne viel Schnick-schnack und starre Vorgaben.

Rezeptideen nach Zutaten – Kilogramm, Gramm oder Prise?

Geht es um die Zutatenliste und die Mengenangaben unterscheidet sich „Komm du mir nach hause“ auf den ersten Blick nicht von anderen Kochbüchern. Verfolgt man jedoch aufmerksam, die Botschaft die in diesem Buch steckt, versteht man, was uns die Autorin mit dem Buch sagen möchte: Es werden zwar empfohlene Werte angegeben, die aber nicht als ausreichend für ein perfektes Kochergebnis empfunden sein möchten, im Gegenteil, sie sollen von uns Lesern neu interpretiert werden.

Denn: Wer weiß schon, wie groß die Zitronen sein sollen, wenn in einem Kochbuch die Rede von „zwei Bio-Zitronen“ ist? Und wer gibt vor, wie groß eine „mittelgroße“ Chilli ist? Und vor allen Dingen, wie sollen wir wissen wir, wie scharf die Chili sein darf, wenn von einer „mittelscharfen“ Chili die Rede ist,  damit das Gericht am Ende noch genießbar bleibt, trotz vorhandener Schärfe. Scoville-Angaben würden uns weiterhelfen, sind aber in den herkömmlichen Supermärkten leider nicht zu finden.

Aber würden wir nicht ohnehin ein stückweit unsere eigene  Kreativität verlieren, wenn wir uns immer und überall peinlich genau auf strikte Angaben verlassen wollen, die uns Sicherheit vermitteln sollen?

Ein Kochbuch mit interpretierbaren Bildern

Genervt von peinlich genauen Grammangaben in herkömmlichen Kochbüchern, entschied sich die Autorin für ein Buch mit interpretierbaren Bildern. Noch während ihres ersten Kontakts mit einem  Verlag, dachte die Autorin über die Sinnhaftigkeit ihres damals ersten Manuskripts nach, dass die Gaumenfreuden bereichern sollte, aber die Welt in gewohnter Aufmachung mit Sicherheit nicht zum x-ten Mal bräuchte.

Entstanden ist „Das Kochbuch für die perfekte Ehefrau“ – ein Untertitel bei dem eine Menge Hohn mitschwingt und der ohne Frage, genau das Richtige für die selbstbewusste Frau von heute ist, die gerne am Herd steht, aber eben nicht immer perfekt sein möchte.

 

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