Universal Design – Gestaltung für Alle

Vielfalt als Vorteil

Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Welt noch homogener: Rollenbilder, wie das Familienbild, das Hausfrau, vollzeitarbeitenden Ehemann und Kinder voraussetzte, waren fest verankert, die Nationalitäten waren aus Mangel an günstigen Reisemöglichkeiten weit weniger durchmischt und Menschen, die durch Andersartigkeit aus dem Raster fielen, wurden nicht selten belächelt und von der Gesellschaft ausgeschlossen. Ob diese Andersartigkeit eine körperliche oder geistige Behinderung oder auch einfach eine alternative Lebenseinstellung, z.B. der Fleischverzicht bei einem Vegetarier war, spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Seitdem haben sich die Zeiten geändert: Patchwork-Familien sind genauso normal wie gleichgeschlechtliche Paare oder die klassische Familie, alternative Beschäftigungskonzepte schaffen zunehmend neue Wege für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, für wenig Geld kann man die ganze Welt bereisen und in unterschiedlichste Kulturen eintauchen. Denn aus Andersartigkeit ist Vielfalt geworden – und die wird endlich auch als Vorteil begriffen. Denn alles, was anders ist, bringt neue Impulse und Anregungen – und damit auch neue Möglichkeiten und Entwicklungschancen. Allerdings funktioniert das nur, wenn tatsächlich alle auch die gleichen Chancen eingeräumt bekommen.

Vielfalt als Herausforderung in der Gestaltung

Unterschiedlichsten Individuen gleiche Chancen zu gewähren, ist allerdings weitaus einfacher gesagt, als getan: Schließlich heißt das, dass gleiche Bedingungen für unterschiedlichste Voraussetzung geschaffen werden müssen.

Nehmen wir als Beispiel die Nutzung technischer Geräte: Junge Menschen, die bereits mit Smartphone und Internet aufgewachsen sind, finden sich dank vieler Erfahrungen mit der modernen Technik oftmals gut mit neuen technischen Geräten zurecht. Ältere, die nicht mit diesem Wissen aufgewachsen sind, tun sich dabei in vielen Fällen schwerer: Was für die einen selbstverständlich ist, ist für die anderen eine echte Herausforderung. Die Aufgabe von Universal Design ist es hier, Funktionen und Geräte so zu gestalten, dass sie sich quasi selbst erklären und so unabhängig vom Vorwissen genutzt werden können.

Ein weiterer Aspekt, der beachtet werden muss, ist körperlicher Natur: Der widmet sich der Frage, ob ein Gestaltungskonzept beispielsweise auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen funktional ist. Denn das große Ziel von Unsiversal Design ist es, Gestaltungen zu schaffen, die die Grenzen und Unterschiede überwindet. Universal Design soll jedem zugänglich sein: Vom Jüngsten bis zum Ältesten, vom körperlich gesunden bis hin zum Gebrechlichen oder körperlich Behinderten. Es soll für die Nutzbarkeit keine Rolle mehr spielen, ob jemand Linkshänder oder Rechtshänder ist, ob jemand großes Vorwissen mitbringt oder nicht. Denn nur dann kann Design wirklich universell nutzbar sein und neue Wege eröffnen.

Anwendbarkeit von Universal Design

Dabei ist Universal Design selbst vielseitig anwendbar: Ob in der Wohnraumgestaltung, bei der Städteplanung, in der Softwaregestaltung, bei technischen Geräten oder allgemein in der Produktentwicklung – zeitgemäße Gestaltung setzt sich das Ziel allgemeingültig und intuitiv nutzbar zu sein.

Auch auf Red Dot 21 finden Sie zahlreiche Produkte, die den Kriterien des Universal Designs entsprechen und unter anderem auch dafür mit dem begehrten Red Dot prämiert wurden. Tauchen Sie ein in die Welt von ausgezeichnetem Design und erleben Sie selbst, dass Designqualität den großen Unterschied macht, der scheinbar störende Unterschiedlichkeiten unwichtig macht.

Veröffentlicht am 11.04.2016

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