Frau Dr. Kiedaisch

Interview mit Dr. Petra Kiedaisch – „Die Architektur des Weines“

Namhafte Architekten, wie beispielsweise Matteo Thun, haben die Kellereien gestaltet und die Gebäude sensibel in die Landschaft eingebettet. Welche Ideen hinter den Konzepten stecken, verraten die namhaften Architekten in einzelnen Interviews. Entdecken Sie Neubauten, Anbauten, Modifikationen denkmalgeschützter Objekte und ebenso die Innenräume, bei denen das Design eine entscheidende Rolle spielt. Dirk Meyhöfer lässt die neue Generation der Winzer zu Wort kommen und liefert mit dem Gastbeitrag von Peter Hubschmid einen Beitrag zur Geschichte des Weinmachens. Die Präsentation der Weingüter in dem erstklassigen Bildband wird durch spektakuläre Fotos von Klaus Frahms ergänzt und lässt Designerherzen höher schlagen.

Wir haben uns mit Frau Dr. Petra Kiedaisch von av edition über ihre Arbeit beim Verlag unterhalten und gefragt, was das Besondere an dem Bildband „Die Architektur des Weines“ ist und für wen es sich eignet.

Die Architektur des Weines (Buchcover)

Zur Buchbeschreibung

Red Dot 21 (1): Herzlichen Dank für die Übersendung Ihres Lebenslaufs (Vita). Sie haben BWL und Literaturvermittlung studiert, dürfen wir also davon ausgehen, dass Sie schon früh vor Augen hatten, dass Sie im Verlagswesen arbeiten würden?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Ja, mein Traumberuf war Lektorin. Die Mischung BWL und Literatur kam deshalb zustande, weil ich während eines Verlagspraktikums den Tipp von einem Profi bekommen habe. Der meinte: wenn man Bücher „macht“, sollte man auch etwas von der Kalkulation und nicht nur von den Inhalten verstehen

Red Dot 21 (2):  Dann haben Sie Ihr Studium also dahin gehend ausgerichtet?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Ja, und ich habe sogar gezielt danach gesucht – also eine Uni an der eben auch diese Kombination der Studienausrichtung möglich war. Und so bin ich dann in Bamberg gelandet.

Red Dot 21 (3):  Wenn Sie auf Ihre berufliche Laufbahn zurückblicken, was waren Ihre größten Herausforderungen?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Die größte Herausforderung ist und bleibt einen Betrieb zu führen und ihn auch wirtschaftlich am Laufen zu halten. Das Lektorieren kann man lernen und das Andere bedarf einfach vieler unterschiedlicher Faktoren, die man nicht alle planen kann. Da gehört auch eine Portion Glück und das Vertrauen der richtigen Partner dazu.

Red Dot 21 (4): Also, verstehe ich es richtig, dass Sie Ihr Unternehmen wirtschaftlich „nach vorne gebracht“ haben ist einer Ihrer größten Erfolge?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Richtig, ja, genau, die Selbstständigkeit und auch die Unabhängigkeit, nicht zu einem Konzern zu gehören, auf eigenen Beinen zu stehen  – das auf jeden Fall.

Red Dot 21 (5):  Wissen Sie, wie viele Bücher Sie in Ihrem Leben schon gelesen haben, beruflich und privat? Wenn Sie grob ein Gefühl für diese Zahl entwickeln müssten, welche Zahl/Einschätzung würden Sie uns jetzt geben?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Ganz spontan würde ich sagen, auf jeden Fall ca. 10.000 Bücher.

Red Dot 21 (6):  Das ist ein ordentliche Summe. Und welche Bücher lesen Sie gerne privat, wenn Sie noch Zeit dafür finden?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Thriller und Krimis. Rein privat, wenn ich wirklich nichts zu tun habe. An Weihnachten oder an den Feiertagen, wenn ich mal Glück habe.

Red Dot 21 (7):  Was sind Ihre Pläne für die Zukunft, außer im Betrieb weiter erfolgreich zu sein? Gibt es private Pläne oder geplante Projekte für die Zukunft?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Privat füllen mich auch in Zukunft noch weitere Aufgaben aus. Da bin als Kuratorin oder Moderatorin für Fachveranstaltungen aktiv, außerdem viel ehrenamtlich für gesellschaftliche und kulturelle Projekte. Trennen lässt sich das alles in meinem Beruf sowieso nicht, und genau das macht mir Spaß. Wenn es Pläne gibt, dann mehr Zeit zum Reisen – meine größte Leidenschaft.

Red Dot 21 (8): Jetzt würde ich Ihnen gerne ein paar Fragen zu dem Bildband „Die Architektur des Weines“ stellen. Trinken Sie selbst gerne Wein?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Ja, am liebsten Grauburgunder.

Red Dot 21 (9): Wenn Sie das Buch mit drei Worten beschreiben müssten, welche wären das?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Sinnlich, ästhetisch, inspirierend.

Red Dot 21 (10):  Wie ist Ihre persönliche Meinung zu dem Buch „Die Architektur des Weines“?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Es ist haptisch ein prachtvoller Bildband, der gleichzeitig Informationen darüber liefert, wo man die schönsten Weinbauten findet. Zu jedem Weingut, gibt es zusätzlich eine Art Serviceseite mit Öffnungszeiten und Ankündigungen, wann die Degustationen stattfinden und welche Weine angebaut werden. Das Buch ist also gleichzeitig auch eine Art „Weinreiseführer“.

Red Dot 21 (11):  Das Buch soll auch gleichermaßen Reiselustige ansprechen, neben Weinkennern und Weinliebhabern. Es richtet sich also an mehrere Zielgruppen gleichzeitig – würden Sie das so unterstreichen?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Ja, genau, das würde ich. Es spricht Architekten gleichermaßen an, wie auch Weininteressierte. Ich kann mir vorstellen, dass die Red Dot 21 Kunden an diesem Buch Freude hätten. Es sind sicherlich auch viele Genießer dabei, die selbst gerne reisen. Dieses Weinbuch zeigt weniger die Rebsorten und die Anbaumethoden sondern mehr die Bauten und Häuser an sich, die man nicht nur ausschließlich besuchen kann, man kann dort sogar übernachten. Insofern glaube ich, dass die Überschneidung unserer Zielgruppe da tatsächlich gegeben ist.

Wir hatten schon große Presseaktionen mit dem Buch und der Tenor der Presse war überall gleich: Das Buch „Die Architektur des Weines“ ist sowohl etwas für den Architekten zum Feierabend als auch für den Weinliebhaber, der sich nur nebenbei mit Architektur beschäftigen will.

Red Dot 21 (12): Haben Sie durch das Buch selbst Lust bekommen, die 20 vorgestellten Kellereien einmal persönlich anzuschauen oder kennen sie schon einige der vorgestellten Weingüter?

Frau Dr. Petra Kiedaisch: Ja, wir haben zur Eröffnung bzw. zum Erscheinen des Buches auch ein Weingut besucht und zwar das Weingut Franz Keller im Kaiserstuhl. Es ist eines der bekanntesten Weingüter und gilt momentan als eine der vorbildhaftesten Bauten von Weingütern, die heutzutage unter dem Aspekt von Nachhaltigkeit und Modernität gebaut wurden. Ansonsten war die Rollenverteilung beim Buch so: Der Autor Dirk Meyhöfer hat die Weingüter alle persönlich besucht und den direkten Kontakt zu allen Winzern und Bauherren gehabt. Und der Fotograf Klaus Frahm hat die Bilder exklusiv geschossen und hat ganz unabhängig vom Autor, die Weingüter alle selbst besucht. Ich durfte dann das Material entgegen nehmen, konnte noch ein paar Bilder auswählen, aber das Persönliche ging direkt über die Autoren.

Red Dot 21 (13): Vielen Dank Frau Dr. Kiedaisch, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben.

 

Veröffentlicht am 23.05.2017

Zur Übersicht
Top