Die Sprache der Formen

Formsprache: Eine Sache nimmt Form an

Die Form ist ein roter Faden in unserer Welt, denn nichts von den Dingen, die uns umgeben, kommt ohne eine Form aus. Feste Substanzen sind in Ihrer Form zumeist stabil, flüssige und gasförmige bleiben wandelbar, dabei aber keineswegs formlos – man betrachte als Beispiel nur etwas Flüssigkeit, die verschüttet wird und sich in weichen, organischen Strukturen ausbreitet. Natürliche Formen sind dabei selten geradlinig: Die Natur baut stattdessen weiche Formen mit sanftem Schwung, die für das Auge oftmals besonders harmonisch wirken. Den kompletten Gegensatz dazu bilden künstlich geschaffene Figuren, die sich gerade in modernen Zeiten oftmals durch klare, harte Kanten, exakte Symmetrie und Gleichförmigkeit davon abheben.

Eine Frage des Stils

Gleichzeitig bietet die Form uns Möglichkeiten, Gegenstände stilistisch einzuordnen: Man nehme nur den geradlinig-funktionalen Bauhausstil und stelle ihn dem ornamentreichen Jugendstil gegenüber. Die Stil-Frage ist allerdings natürlich nicht nur zeitgeschichtlich zu betrachten, denn gleichzeitig ist Stil stets auch Geschmackssache, wie man auch an der Einrichtung einer Wohnung sehr gut sehen kann. Denn während manche ein modernes Ambiente mit klaren Linien, harten Kontrasten und deutlichen Kanten und Abgrenzungen bevorzugen, lieben andere zahlreiche Verzierungen, Dekorationsartikel und dergleichen, während wieder andere es gern rustikal mögen. Egal, was davon am ehesten „Ihr Stil“ ist, so gilt doch stets das alte Sprichwort „Übermut tut selten gut“: Wenn eine Gestaltung harmonisch wirken soll, sollte Sie niemals ins Extrem überschlagen, sondern es stattdessen anstreben, eine dominierende Gestaltungslinie durch andersartige Akzente aufzuweichen. So kann einer zu kühlen, unwohnlichen Atmosphäre in einer modern geradlinig und schlicht gehaltenen Einrichtung entgegengewirkt werden, indem einzelne Elemente mit sanfter, organischer Form eingebaut werden. Die Designlampe Omi beispielsweise verleiht einem modernen Ambiente durch ihre geschwungene Gestaltung einen weichen Kontrast, ohne dabei kitschig oder übertrieben zu wirken.

Optik, Haptik und Funktion

Neben der rein ästhetischen Wahrnehmung, die oftmals stark durch den Geschmack beeinflusst ist, wird die Form eines Gegenstandes allerdings noch durch andere Faktoren bestimmt. Gerade im Produktdesign spielt hier die Funktion eine nicht zu unterschätzende Rolle: Wie Sie in unserer Kategorie Küchenzubehöreindrucksvoll sehen können, können kleine Kniffe in der formenden Gestaltung Großes bewirken und einen beinahe überraschend praktischen Nutzen hervorbringen.

Zusätzlich zur reinen Funktion kommt hier auch die Haptik ins Spiel: Fühlt ein Gegenstand sich angenehm an und liegt gut in der Hand, so bietet es mehr Nutzungskomfort und wird lieber verwendet – die Arbeit macht so einfach mehr Freude.

Ein gutes Beispiel für eine gelungene Mischung aus Optik, Haptik und Funktion ist der AluPen iPad Stylus: An den Bleistift angelehnt wirkt seine Gestaltung angenehm vertraut, die sechseckige Form liegt gut in der Hand, während die satinierte Aluminium Oberfläche ein angenehmes Hautgefühl erzeugt. Dadurch wird der designprämierte Smartphone- und Tablet-Stift schnell zum unverzichtbaren Accessoire.

Was die Form sagt

Sind die nutzungsorientierten Aspekte einer Form abgedeckt, so geht es an den Feinschliff: Was soll das Produkt sagen? Weiche, abgerundete Formen bringen oft weibliche Assoziationen mit sich, während harte Kanten und klare Linien oftmals einen maskulinen Hauch haben. Dies kann wunderbar im Bereich genderorientiertes Design beobachtet werden: Während die Funktion eines Rasierers sicherlich bei Mann und Frau identisch ist, unterschiedet sich der Damenrasierer doch in seiner Form und Gestaltung merklich vom Herrenrasierer. Ebenso wie feminin oder maskulin, kann ein Produkt durch seine Form auch futuristisch oder retrograd, dynamisch oder statisch, klassisch oder flippig wirken. Die Unterschiede sind dabei oft klein: Symmetrie und Asymmetrie, Oberflächenstruktur, Ecken und Rundungen können als wirkungsvolle Stilmittel dienen und dafür sorgen, dass ein Produkt in seiner Gestaltung genau die gewünschte Zielgruppe anspricht.

Hier einige Beispiele für typisches „Vokabular“ der Formensprache:

  • Sanfte Rundungen wirken weich, feminin und emotional
  • Eckige, kantige Formen wirken hart, maskulin und vernunftbetont
  • Asymmetrie wirkt flippig und dynamisch
  • Symmetrie wirkt harmonisch und in sich ruhend
  • Filigrane Strukturen wirken elegant und kostbar
  • Großflächige Gestaltungen wirken robust und stabil

Übrigens: Nicht nur die blanke Form, sondern auch die Oberflächengestaltung hat einen starken Einfluss darauf, wie wir einen Gegenstand wahrnehmen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, tauchen Sie doch einfach mit dem Buch Make up. Design der Oberfläche in die Faszination Oberflächengestaltung ein!

Formvollendetes Design

Eine gut gestaltete Form beeinflusst den Anblick, den Nutzen und den Nutzungskomfort nachhaltig. Zudem sagt sie zugleich etwas über die Zielgruppe, für die das Produkt geschaffen wurde, aus. Stöbern Sie doch gleich ein bisschen in unserem Produktangebot von Red Dot 21 und entdecken Sie zahlreiche Beispiele für formvollendete Designprodukte.

Veröffentlicht am 17.06.2015

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