LBR iiwa – Leichtbauroboter

LBR iiwa – Leichtbauroboter

“Robots of the world! Many humans have fallen. We have taken the factory and we are masters of the world. The era of man has come to its end. A new epoch has arisen! Domination by robots!”

Als der tschechische Schriftsteller Karel Čapek diese Zeilen 1921 formulierte und damit erstmals den von seinem Bruder Josef geprägten Begriff „Roboter“ einem größeren Publikum bekannt machte, war der Roboter selbst noch reine Fiktion und sollte es auch noch einige Jahrzehnte bleiben. Trotzdem schien es, soviel war durch die industrielle Revolution bereits damals klar, letztlich nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Menschen in der Lage wären, tatsächlich Roboter herzustellen. Bis dahin erweckten Autoren und Filmemacher die Roboter in ihrer Science Fiction zum Leben. Mal waren sie die Guten, mal die Bösen, fast immer hatten sie jedoch eine irgendwie menschliche Gestalt oder zumindest menschliche Züge – vom Maschinenmenschen in Fritz Langs Metropolis aus dem Jahr 1927 über Isaac Asimovs humanoide Roboter oder R2D2 und C-3PO in Star Wars bis hin zu Terminator, Transformers oder Disneys Wall-E.

Mittlerweile haben die Roboter den Schritt aus der Fiktion in unsere Lebenswirklichkeit geschafft und scheinen tatsächlich eine neue Epoche in unserer Arbeitswelt einzuläuten. Immer mehr Arbeitsschritte in der Produktion werden von Robotern übernommen. Und die Vorbehalte vieler Menschen gegenüber diesen Maschinen sind zunächst einmal groß – geprägt von der Angst, durch Maschinen ersetzt zu werden. Der LBR iiwa zeigt indes, wie ein Roboter aussehen kann, der Seite an Seite mit dem Menschen zusammenarbeitet: „iiwa“ steht für „intelligent industrial work assistant“ – dieser Leichtbauroboter ist so konzipiert, dass er den Menschen in direkter Interaktion mit diesem als Produktionsassistent unterstützen kann. Das Ziel: die flexible Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter im Rahmen neuer Produktionskonzepte. Der Roboter soll die Arbeitsschritte übernehmen, die extreme Präzision erfordern, körperlich anstrengend, gefährlich oder sehr monoton sind, und den Menschen so entlasten.

Wie bei vielen seiner Science Fiction-Roboterkollegen ist die Formensprache dieses komplexen Industrieroboters organisch und zumindest entfernt menschlich. Sie ist dem menschlichen Arm nachempfunden und damit vertraut und zugleich vertrauenserweckend. Mit sieben Achsen ausgestattet, bewegt sich der LBR iiwa auch mit den geschmeidig fließenden Bewegungsabläufen eines Menschen. Und er beweist bei der Arbeit großes Fingerspitzengefühl: Der Roboter kann dank hochsensibler integrierter Sensoren sehr schnell auf seine Umgebung reagieren – er tastet sich an Objekte heran, weicht Hindernissen selbstständig aus und reagiert sofort, wenn sein menschlicher Kollege ihn einmal sanft beiseiteschiebt und in der Arbeit unterbricht. Dann wiederum genügt ein kleiner Stups, damit er seine Tätigkeit wiederaufnimmt. Zudem präsentiert er sich als gelehriger Schüler – es reicht aus, ihn von Hand in die gewünschten Positionen zu führen. Die Koordinaten des Bewegungsablaufs werden dabei im entsprechenden Programm gespeichert.

Intelligente Funktionen und Technologien vereinen sich bei diesem Roboter in einer vom menschlichen Körper inspirierten Form. Auf diese Weise minimiert er die derzeit noch bestehenden Sicherheitsprobleme einer solchen Mensch-Roboter-Interaktion und holt die Roboter aus dem Käfig. Vor allem aber nimmt er dem Menschen die Berührungsängste, indem er zum perfekten Kollegen wird: interaktiv, sensibel, klug und sympathisch.

Quelle: Every Product Tells a Story (Red Dot Edition 2014)

Veröffentlicht am 02.04.2017

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