KittenScanner, Spielzeugtomograph – Lüfte das Geheimnis

Ein Besuch im Krankenhaus kann für Kinder beängstigend sein, besonders, wenn sie sich selbst einer komplexen Untersuchung unterziehen müssen. Die Krankenhausatmosphäre allein ist häufig schon bedrückend und die Angst der Kleinen wächst, wenn sie sich mit großen, geheimnisvollen Geräten konfrontiert sehen, die sie nicht verstehen.

Computer- und Magnetresonanztomografen sind solche Angst einflößenden Maschinen. Auch, wenn sie heute so freundlich wie möglich gestaltet sind, können sie in den Köpfen von Kindern mit einer lebhaften Phantasie doch zu hungrigen Ungeheuern werden, die mit weit aufgerissenen Mäulern nur darauf warten, den kleinen Patienten mit Haut und Haaren zu verschlingen.

Um die Angst der Kinder vor einer MRT- oder CT-Untersuchung ein wenig zu lindern, wurde der KittenScanner entwickelt. Mit diesem Minitomografen lernen sie spielerisch, was mit ihnen passieren wird. Dazu nehmen sie sich eine Spielzeugfigur, legen sie auf eine Liege und schieben sie durch die Öffnung. Ein RFID-Chip in der Figur aktiviert einen Bildschirm, auf dem imaginäre Bilder aus dem Inneren der Figur erscheinen. Dazu wird eine kleine, kindgerechte Geschichte darüber erzählt, was gerade passiert, was zu sehen ist und warum die Untersuchung notwendig ist. Etwa von dem Elefanten, der beim Trinken aus Versehen zwei Fische verschluckt hat, ohne es zu bemerken. Auf dem Monitor sieht das Kind dann, wie die Fische munter im Bauch des Elefanten herumschwimmen und erfährt anschließend über einen kurzen Trickfilm, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Während das Kind mit dem KittenScanner spielt, gewinnt es in gewissem Sinne Kontrolle über das, was ihm bevorsteht. Es lernt etwas über den Scanvorgang, hat Spaß dabei und wird von seinen eigenen Ängsten abgelenkt. Im besten Fall werden die kleinen Patienten sogar neugierig darauf, was es wohl im eigenen Körper zu entdecken gibt. Eine unmittelbare Folge dieser Art der Vorbereitung ist, dass weniger Beruhigungsmittel verabreicht werden müssen, um ein gutes Bildergebnis zu erzielen, denn wenn die Kinder weniger Angst haben, liegen sie auch ruhiger im Tomografen. So verkürzt der KittenScanner Kindern die Wartezeit und nutzt die kindliche Neugier, um ihnen die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen und sie auf die eigentliche Untersuchung vorzubereiten.

Veröffentlicht am 30.03.2017

Zur Übersicht
Top