MILCH+HONIG designkultur

MILCH+HONIG designkultur

Christina Sofie John ist Diplom-Kommunikationsdesignerin und studierte an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg. Nach Auslandsaufenthalten in Shanghai (Art Design Dep. Applied Techno- logy Institute) und London (Designer @ Superreal) arbeitete sie unter anderem bei Ebmeyer und Ebmeyer und bei lucie_p in München. Sie hatte eine Kunstausstellung in Peking, war ehrenamtlich 1998 bis 2000 für die Schule der Phantasie in Straubing als Kursleiterin und kreative Betreuerin tätig und arbeitete 2013 bis 2014 als Dozentin für Typografie an der Hochschule München. 2009 gründete sie zusammen mit Rafael Bernardo Dietzel die Kreativagentur MILCH+HONIG designkultur und ist bis heute Geschäftsführerin. Seit 2016 ist sie Vorstandsvorsitzende der tgm (Typografische Gesellschaft München).

Rafael Bernardo Dietzel ist Diplom-Kommunikationsdesigner und studierte an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Nach einem Auslandsaufenthalt an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Den Haag war er als Designer bei Büro Linientreu in Stuttgart und bei Martin et Karczinski in München tätig. 2012 bis 2014 arbeitete er als Dozent für Typografie an der Hochschule München und an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. 2009 gründete er zusammen mit Christina Sofie John die Kreativagentur MILCH+HONIG designkultur und ist bis heute Geschäftsfüh- rer. Seit 2016 ist er Vorstandsvorsitzender der tgm (Typografische Gesellschaft München).

Was macht jemanden zu einem guten Designer?

Christina Sofie John: Sich selbst immer wieder neu erden, mit Gestaltung und Konzept überraschen. Den Mut haben, neue Wege zu gehen, dabei auch mal anzuecken.

Rafael Bernardo Dietzel: Talent, Empathie und Zielstrebigkeit

Was ist der schönste Moment während einer Projektphase?

Christina Sofie John: Großartig ist der Moment, wenn sich Dinge zu einem Ganzen zusammenfügen und man nach längerem Tüfteln die eine Lösung gefunden hat. Noch schöner ist es, wenn das im Team entstanden ist.

Rafael Bernardo Dietzel: Der Moment in dem die Idee als Konzept und das Konzept als visueller Ausdruck greifbar wird.

Wie überzeugen Sie Kunden?

Christina Sofie John: Indem ich selbst von der Arbeit an dem Projekt begeistert bin. Relevanter Inhalt und überraschendes Design sind dabei für mich entscheidend.

Rafael Bernardo Dietzel: Man muss Kunden nicht überzeugen, man muss sie nur verstehen.

Wie erregt man Aufmerksamkeit?

Christina Sofie John: Mit Ungewohntem, das mit Denk- und Sehgewohnheiten bricht. Durch außergewöhnliche, überraschende Konzepte weit weg vom Mittelmaß.

Rafael Bernardo Dietzel: Es hilft die Botschaft zu abstrahieren bevor man seiner Intuition freien Lauf lässt .

Wie gehen Sie mit Konkurrenz um?

Christina Sofie John: Wettbewerb an sich spornt an und hat für mich deshalb positive Aspekte

Rafael Bernardo Dietzel: Sportlich

Welche Designgröße würden Sie gern einmal persönlich treffen und warum?

Christina Sofie John: Ich habe glücklicherweise schon viele tolle Designer kennengelernt und finde den Austausch sehr inspirierend. Mit Stefan Sagmeister würde ich mich gerne intensiver austauschen. Er ist ein toller Künstler und Gestalter, der Normen aufbricht und immer wieder überrascht. Dabei hat er Humor und nimmt sich selbst nicht zu ernst, das schätze ich an Menschen sehr. Fons Hickmann habe ich noch nicht persönlich kennengelernt.

Rafael Bernardo Dietzel: Karim Rashid , weil ich seine Arbeitsweise, die sich im Spannungsfeld zwischen Eleganz und Provokation bewegt, sehr reizvoll finde.

Was ist ihr persönlicher Schlüssel zum Erfolg?

Christina Sofie John: Niemals aufgeben und den Humor nicht verlieren und immer positiv bleiben.

Rafael Bernardo Dietzel: Sich und seine Arbeit immer wieder hinterfragen .

Was sind die häufigsten Schwierigkeiten, die Sie in Ihrem Berufsalltag überwinden müssen?

Christina Sofie John: Verzögerungen bei Projekten und manchmal mangelnde Wertschätzung unserer Arbeit, das nehmen Gestalter ja bekanntlich ab und an persönlich. Eine gewisse Frustrationsgrenze braucht man auch dann, wenn Projekte, für die man hart gearbeitet hat, sterben oder etwas nicht klappt.

Rafael Bernardo Dietzel: Die Entscheidung „ ja, wir lassen das jetzt so“.

In welche Branchenbereiche oder Industriezweige möchten Sie in Zukunft stärker eintauchen?

Christina Sofie John: Da wir uns bewusst entschieden haben branchenunabhängig zu arbeiten, soll das auch so bleiben. Das macht die Arbeit viel abwechslungsreicher. Mode, Kunst und Architektur interessieren mich persönlich sehr und da freue ich mich natürlich über Projekte aus diesen Bereichen. Aber wichtiger ist ist die Möglichkeit, sie innovativ und interdisziplinär umsetzen zu können. werden. Ein Buch, das man mit eingebautem Monitor nicht nur Lesen sondern auch erleben kann oder Papier mit audiotiver Bedruckung, das ist richtig spannend!

Rafael Bernardo Dietzel: Komunikation im Raum.

Welches ist Ihr Lieblings-Kommunikationsprojekt, das nicht von Ihnen stammt?

Christina Sofie John: Da  gibt es so viele, die kann ich gar nicht alle nennen. Aber bleiben wir doch abschließend bei Stefan: watchout: www.thehappyfilm.org

Rafael Bernardo Dietzel: Einer meiner Evergreens: die Plakate von Wim Crouwel für das Stedelijk Museum.

 

Veröffentlicht am 24.05.2017

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