Industriedesigner Odo Klose

Heute am 18.11.2017 wird der deutsche Industriedesigner und Professor Odo Klose 85 Jahre alt. Wir von Red Dot 21 gratulieren herzlich!

Wer Odo Klose kennt, der wird ihn auf Anhieb als Designgröße im Bereich der Innenarchitektur ansiedeln. Und wer noch nie von ihm gehört hat, der kennt ihn mit Sicherheit trotzdem, spätestens dann, wenn man sich an die Lichtschalter der 70er und 80er Jahre zurück erinnert. Odo Klose entwickelte die Schalter für das renommierten Unternehmen Gira, die heutzutage den begehrten Titel „Designklassiker“ tragen. Die neu entwickelten Sensorschalter verfügten über ein besonders flaches Design mit einer eleganten Formensprache, dass auch international sehr beliebt war. Bis heute wurde die S-Reihe der Schalter weiterentwickelt und zählt zum festen Bestand des Portfolios von Gira.

 

Werdegang von Odo Klose

Professor Odo Klose studierte Maschinenbau und Technische Morphologie an der Technischen Hochschule in München und war anschließend als Designer bei der Siemens AG tätig. Als Lehrer für Industriedesign unterrichtete er an der Bergischen Universität in Wuppertal und an der DAYEH University in Taiwan. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Designer liegt bei der Gestaltung von Geräten der Sitz-, Fahrzeug-, Medizin-, Werkzeug- und Installationstechnik. Seine Forschung gilt der ergonomischen Gestaltung von Werkzeugen und Benutzeroberflächen, der ästhetischen Optimierung von Geräten sowie der Technischen Morphologie.

 

Zusammenarbeit mit Gira: Design und Technik

1970 beginnt die exklusive Zusammenarbeit von Professor Odo Klose mit Gira einem Unternehmen der Elektroindustrie, das 1905 gegründet wurde und heute in Deutschland mit über 1.100 Mitarbeitern und Vertretungen in 40 Ländern zu den führenden mittelständischen Unternehmen dieser Branche zählt. Basis der hauselektrischen Innovationen ist ein firmeneigenes Kippschalterpatent und dessen Weiterentwicklung zu Flächenschaltern, die bei Gira stets über ein reduziertes Design verfügen. GIRA produziert neben Schaltern und Steckdosen auch ein breites Spektrum an Elektroinstallationssystemen unter anderem für Kommunikationstechnik, Türsprechanlagen oder die Automatisierung von Heizung, Licht und Jalousie.

In den Anfängen entwickelt Professor Odo Klose zunächst einen äußerst flachen Sensorschalter, aus dem dann Mitte der 70er Jahre ein komplett neues, sehr erfolgreiches Programm abgeleitet wird und den Namen „S-Komfort“ trägt. Mit einer Anzeige, die den Schriftzug „Switches have never been so beautiful“ trägt, stellt Gira 1977 das S-Komfort- Programm in englischsprachigen Fachzeitschriften vor. Zu Beginn der 80er Jahre werden neben den Designern auch Architekten für das Unternehmen immer wichtiger, als Schalter und Steckdosen passend zu den klaren Farben der damals beliebten Kunststofftürgriffe von Hewi gefragt waren. Odo Klose entwirft daraufhin den Schalter „S-Color“, der 1985 in den Farben Reinweiß, Grau, Schwarz, Blau und Rot auf den Markt kommt. Bis heute gilt „S-Color“ als Designklassiker von Gira. Die runde Form von Steckdose und Schalterwippe ist unverkennbar. Das robuste Material wird voll durchgefärbt und erhält so eine besonders licht- und witterungsresistente Oberfläche.

 

Autoform. Das Auto in Design, Kunst und Unterricht

Odo Klose ist außerdem bekannt als Autor mehrerer Fachbücher und zahlreicher Beiträge in Zeitschriften, die bis heute als Ratgeber für Designer, Konstrukteure, Lehrer und Laien gelten. 1984 erschien sein Buch Autoform. Das Auto in Design, Kunst und Unterricht** in der ersten Auflage im Motorbuch Verlag, Stuttgart. Es zeigt die geschichtliche Entwicklung der Karosserieformen mit ihren Merkmalen und geht auf die folgenden Fragen ein: Welche Anforderungen werden an die Autoform gestellt? Welchen Einflüssen unterliegt die Stilistik eines Autos? Wie wirken sich die Bestimmungen und Vorschriften auf die Form des Autos aus? Die Entstehungsgeschichte einer Autoform wird Stück für Stück nachvollzogen und die Entwicklung einzelner Designdetails sowie die Arbeitsweise der Karosseriedesigner bei neuen Fahrzeugmodellen wird veranschaulicht – beginnend von den einfachen Handskizzen. Zusätzlich wird das Auto aus kultureller Sicht betrachtet und es werden interessante Beispiele für den Kunstunterricht aufgezeigt. Obwohl das Buch bereits Mitte der 80er Jahre erschienen ist, gilt es heute immer noch als aktuell.

 

*Diesen Satz äußerte Professor Odo Klose beim renommierten Designwettbewerb, dem Red Dot Award im Bereich Produktdesign in Essen, während er die damals eingereichten Produktneuheiten testete. Er zählte zu dem Kreis der eingeladenen Fachexperten, die als Jury für eine fachgerechte Bewertung der Produkte zum Wettbewerb eingeladen wurden.

Veröffentlicht am 18.11.2017

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