Designer Peter Schmidt

Designer Peter Schmidt

Peter Schmidt ist einer der prägendsten Gestalter mit weltweiten Renommee in Deutschland. Mit seinen klaren Ansätzen gehört er bis heute zur führenden Design-Elite. Sein Wirkungsradius reicht von Verpackungsdesign über Corporate Design bis hin zu Architektur. Dreh- und Angelpunkt seines Lebens ist seit fünfzig Jahren die Hansestadt Hamburg: In die Werbehauptstadt der BRD verschlug es Schmidt 1967, nachdem der gebürtige Bayreuther ein Studium an der Werkkunstschule in Kassel absolviert hatte. In Hamburg war er zunächst als Creative Director bei der Werbeagentur Verclas + Böltz tätig, bevor er 1972 die Peter Schmidt Studios gründete und mit der Gestaltung einer Teedose für die Sorte „White Elephant“ als selbstständiger Designer debütierte. 2006 verkaufte Peter Schmidt seine Anteile an der Peter Schmidt Group und ist aktuell als Geschäftsführer bei der Peter Schmidt, Belliero & Zandée GmbH tätig, einer international agierende Design- und Brandingagentur in Hamburg.

 

Peter Schmidt heute

Seit 2012 arbeitet Peter Schmidt mit Daniel Belliero und Marcel Zandée als PSBZ (Peter Schmidt, Belliero und Zandée GmbH) zusammen. Anders als die Peter Schmidt Group, die Schmidt 2006 verkaufte und seitdem dort nicht mehr tätig ist, sitzt das 12 Mann starke Atelier von PSBZ in der Hamburgischen Hafencity. PSBZ arbeitet erfolgreich für einen renommierten und internationalen Kundenkreis und sieht sich als ganzheitliches, modernes Designbüro für Markenidentität. Das Spektrum reicht von Corporate Design, Packaging- und Product Design bis hin zu UX und Brand Spaces – getreu Schmidts Überzeugung, dass „nur die Summe des Ganzen zielführend ist und nicht ein Konglomerat aus Einzellösungen“. Die eingereichten Arbeiten von PSBZ überzeugen regelmäßig die Jury des Red Dot Design Awards. 2016 konnte beispielsweise die Arbeitsplatz-Stehleuchte PRANA+ überzeugen, die eine hohe Lichtqualität mit einer intelligenten Steuerungstechnologie samt Hightech-Sensor verbindet.



Durchbruch mit Jil Sander

Der Durchbruch und Aufstieg zum international anerkannten Designer gelang ihm mit der Gestaltung des Logos für die Hamburger Mode-Designerin Jil Sander und mit der Kreation des Flakons für ihren ersten Damenduft „Woman pure“, der 1979 auf dem Markt kam. Sowohl der Duft wie auch der kubische Flakon aus Frosted Glas wurden zu Legenden: „Woman Pure“ war bereits im New Yorker Museum of Modern Art zu sehen und ist auch in der aktuellen Ausstellung Jil Sander. Präsens im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main zu finden.

 

Ikonische Parfüm-Flakons

Die Kreation von unverwechselbaren Verpackungsdesigns sollte zu einem Markenzeichen von Peter Schmidt werden. Neben weiteren Flakons für Jil Sander arbeitete Schmidt unter anderem für Marken wie Joop, Hugo Boss, Strellson oder Laura Biagiotti und prägte somit ihren Markenauftritt entscheidend mit. Wie wichtig eine gute Verpackung ist, macht das Beispiel „4711“ deutlich. Jahrelang war das traditionsreiche Eau de Cologne für eine jüngere Zielgruppe tabu. Das änderte sich 2011 plötzlich, nachdem Peter Schmidt den Flakon und somit den Duft mit 4711 ACQUA COLONIA wieder in die Gegenwart geholt hatte. Aufgrund dieser Erfolge überrascht es kaum, dass viele seiner Parfüm-Flakons mittlerweile den Status von Klassikern erreicht haben und auch nach vielen Jahren noch im Handel erhältlich sind. Besonders ikonisch und populär ist beispielsweise der Flakon für „Cool Water“ von Davidoff oder „Roma“ von Laura Biagiotti. Doch Schmidt setzte nicht nur Parfüms erfolgreich in Szene: 1994 kreierte er mit der Apollinaris-Mineralwasserflasche eine weitere Ikone – eine schlichte Flasche, die durch den Einsatz minimaler Gestaltungselemente fasziniert.

 

Corporate Design für Unternehmen und Institutionen

Neben der Verpackungsgestaltung machte sich Peter Schmidt einen Namen in der Entwicklung von Corporate Design für Unternehmen und Institutionen. Seine Referenzliste liest sich wie ein Who’s Who und reicht von Beiersdorf über Henkel bis hin zu Weleda. Im Jahr 2000 gab Peter Schmidt dem Red Dot Design Award einen international verständlichen und stimmigen Markenauftritt. Und er verpasste der Hansestadt Hamburg ebenso ein neues Logo wie der Bundeswehr. Eine besonders herausfordernde Aufgabe, wie der Designer in einem Gespräch mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung verraten hat. Denn Schmidt musste es gelingen, das Emblem so zu verändern, dass es zu einer Friedensarmee passt.

 

Peter Schmidt als Bühnenbildner und Architekt

Seit den 1990er Jahren widmet sich Peter Schmidt vermehrt dem Bühnenbild für Ballet, Oper und Theater. Er war unter anderem für John Neumeiers Ballett-Inszenierung von „Tod in Venedig“ tätig, die seit 2003 auf internationalen Bühnen zu sehen ist. Bühnenbilder und Kostüme von Schmidt gaben des Weiteren der Oper „Madrugada“ von Ichirô Nodairo ein unverwechselbares Aussehen, die unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano beim Schleswig-Holstein Musikfestival 2005 uraufgeführt wurde. Seine zurückgenommene und elegante Designsprache haben auch der Hamburger Staatsoper und der Konzerthalle Bamberg zu neuem Glanz verholfen, wo er die Umgestaltung der Foyers verantwortete.

Gemeinsam ist seinen unterschiedlichen Arbeiten eine gewisse formale Strenge, die zu seinem Markenzeichen wurde und vor allem das Aussehen der Konsumwelt nachhaltig prägte.

Veröffentlicht am 10.12.2017

Zur Übersicht
Top