Handbuch Schmuck – Die Techniken der Schmuckgestaltung

Handbuch Schmuck – Die Techniken der Schmuckgestaltung

Das „Handbuch Schmuck – Die Techniken der Schmuckgestaltung“ aus dem Haupt Verlag ist ein umfassendes Werkstattbuch für Schmuckdesigner und Laien, die sich der Schmuckgestaltung widmen. Auf 320 Seiten mit knapp 850 Farbfotos liefert die Designerin und Autorin Anastasia Young in dem Band alles, was man zum Thema Schmuckherstellung wissen muss – angefangen von der Geschichte des Schmucks bis zu wichtigem Spezialwissen.

Ein Rückblick auf die Geschichte zeigt, dass der Schmuck mit seinen Funktionen über die Vorstellung von Dekoration und Mode hinausgeht. Bereits unsere Urahnen schmückten sich, lange bevor sie Kleidung trugen. Erst später wurde der Schmuck dazu benutzt, die Kleidung zu befestigen. Es wird vermutet, dass das ungebrochene Interesse des Homo sapiens an Schmuck angeboren ist, und bis heute alle Kulturen trotz aller Weiterentwicklungen auf der Welt gemeinsam haben. Die Erschaffung und Wertschätzung von Kunstwerken gehört zu unserem Wesen und, uralte kreative Kräfte treiben die Menschen dazu, Schmuck zu gestalten. Es ist unsere Vorliebe für edle Materialien, die Herausforderung der Bearbeitung, die Freude daran ein Konzept von Anfang bis zum Ende umzusetzen und das Bedürfnis, eigene Ideen in einem komplexen Medium auszudrücken.

Vom Rohstoff zum fertigen Schmuckstück

Das Handbuch Schmuck liefert in fünf Kapiteln eine Fülle von Informationen zu Werkstatt und Rohstoffen, Techniken, Gestaltung und Spezialwissen zur Schmuckgestaltung. Anastasia Young erläutert neben dem handwerklichen Können auch die praktischen Aspekte einer eigenen Schmuckwerkstatt und beschreibt die kreativen Gestaltungsprozesse – von der ersten Skizze bis zum Prototyp. Die ausführlichen Erläuterungen der Techniken und die klaren Anleitungen, die von vielen Fotos zu jedem Arbeitsschritt begleitet werden, sind dabei das wesentliche Element dieses Werkes. Es eignet sich deshalb nicht nur für professionelle Goldschmiede, sondern auch für Studierende und Auszubildende aller Ebenen, die einen verbindlichen, umfassenden Ratgeber ihrer Zunft suchen. Themen, wie Sicherheit am Arbeitsplatz, Gesundheitsschutz und die Beauftragung externer Spezialisten und Zulieferer, finden ebenfalls Erwähnung und ergänzen damit die Bandbreite, die das Buch vorzuweisen hat.

Die Schmuckwerkstatt: unverzichtbarer Arbeitsplatz mit vielen Werkzeugen

Zu Beginn starten die wenigstens direkt mit einer voll ausgestatteten Schmuckwerkstatt im eigenen Ladenlokal, sondern üben sich zunächst an einer soliden Werkbank oder einem stabilen Arbeitstisch. Egal, ob Tisch oder Werkbank, der richtige Arbeitsplatz ist das wichtigste Utensil eines jeden Goldschmiedes und unverzichtbar, um die Schmuckgestaltung fachlich zu erlernen und/oder später professionell auszuführen.
Ebenso wichtig ist die Aufteilung des Arbeitsplatzes, die im Voraus gründlich geplant sein will, damit sämtliche Werkzeuge und Geräte in greifbarer Nähe sind. Das Buch liefert in dem ersten Kapitel einen umfangreichen Überblick über alles, was benötigt wird – von einfachen Handwerkzeugen bis hin zu komplizierten Maschinen. Werkzeuge, die zur Grundausstattung gehören, sind im Buch mit einem entsprechenden Symbol gekennzeichnet. Die benötigten Fachkenntnisse für die Benutzung sind zu jedem Werkzeug angegeben und für Anfänger besonders nützlich. Viele der vorgestellten, einfachen Handwerkzeuge, die sich beispielsweise zum Sägen, Feilen, Markieren und Messen eignen, sind für angehende Goldschmiede unverzichtbar. Für die etwas anspruchsvolleren Techniken dagegen werden Spezialhämmer und Schlägel näher vorgestellt.

Metalle und ihre Anwendungsmöglichkeiten

Viele Goldschmiede arbeiten ausschließlich mit Metall, dabei ist es sehr anregend andere Materialien zu kennen und zu erproben. Sie schaffen interessante Kontraste zu den noblen Metalltönen. Aber weil die Bearbeitung von Metallen eine der leichteren Übungen ist, eignen sie sich dennoch am besten für Anfänger, die sich zunächst mit den Werkzeugen vertraut machen und ausprobieren müssen, wie diese auf die verschiedenen Rohstoffe wirken.

Seit Urzeiten wurden ausschließlich Naturmaterialien, wie Holz, Elfenbein, Muscheln und Leder zur Herstellung von Schmuck verwendet bevor mit Metallen, Edel- und Schmucksteinen gearbeitet wurde. Heute werden auch gerne konventionelle Stoffe verwendet, die mit innovativen synthetischen Materialien, wie Kunststoffe, Kautschuk, Beton oder Magneten, kombiniert werden. Das Buch beschreibt die verschiedenen Metalle zur Schmuckgestaltung mit ihren Eigenschaften und zeigt die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten im Detail auf.

Schmucktechniken und Gestaltung

Im zweiten und dritten Kapitel des Handbuchs werden neben den Grundtechniken und den Konstruktionsverfahren, auch gestalterische Herangehensweisen beschrieben. Denn jeder Technik geht eine Idee voraus und jedem Schmuckstück liegt eine Inspiration zugrunde, sei es eine Technik, ein Material oder ein visueller Eindruck. Anastasia Young bietet hierfür eine Übersicht zu den Quellen, die sich zum Sammeln von Ideen eignen und erklärt, warum Zeichnungen für die Vorplanung einen so hohen Stellenwert bei der Schmuckgestaltung haben. Selbst flüchtige Skizzen lassen den Schmuckdesigner nachempfinden, wie sich das Stück am Körper anfühlt, wie es wirkt und welche ästhetische Botschaft es vermitteln möchte. Obwohl der Reiz vieler Schmuckstücke in der Schlichtheit liegt, macht die umsichtige Wahl der Techniken das Ergebnis attraktiver und den Arbeitsprozess interessanter. Viele Schmuckgestalter faszinieren der außerordentlich persönliche Charakter von Schmuckstücken und die besondere Wertschätzung, die sie durch den Träger erfahren.

Umso wichtiger ist es, dem Schmuck einen persönlichen Stempel aufzusetzen und mit originellen Gestaltungsideen ein eigenes ästhetisches Konzept zu entwerfen. Das gelingt zum Beispiel durch Mechaniken und die Verwendung von beweglichen Teilen, wie Kettenglieder, Scharnieren oder Schließen, die gerne als Markenzeichen fungieren und einen Wiedererkennungswert der Kreation liefern, für die es im Buch einen ausführlichen Einblick gibt.

Die Autorin

Anastasia Young ist Designerin, Goldschmiedin und Künstlerin, deren Werke international ausgestellt werden. Ihr Studium absolvierte sie am Royal College of Art und am Central Saint Martins College of Art and Design in London, wo sie heute selbst als Dozentin im Bachelor-Studiengang Schmuckdesign unterrichtet.

Handbuch Schmuck – Die Techniken der Schmuckgestaltung*

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Veröffentlicht am 09.08.2017

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