Frei Otto – Denken in Modellen

Frei Otto – Denken in Modellen

Das Buch „Frei Otto – Denken in Modellen“ ist bei Spector Books erschienen und ist der Katalog zu der Ausstellung am ZKM – Zentrum für Kunst und Medien. Mit der Publikation werden erstmals die Modelle von Frei Otto veröffentlicht und somit der Blick auf die besondere Bedeutung des Modells für die Arbeit des Architekten gerichtet. Es ist ein visuell hochwertiger und anspruchsvoller Bildband.

 

Bedeutender Architekt des 20. Jahrhunderts

Bis zu seinem Tod im März 2015 zählte Frei Otto zu den international renommiertesten und innovativsten Architekten Deutschlands. Durch seine maßgebenden Arbeiten im Leichtbau avancierte er zu einem Pionier der organischen Architektur und prägte damit das Erscheinungsbild der jungen Bundesrepublik im In- und Ausland. Die markanten Entwürfe von Frei Otto wurden zu einem Sinnbild für die Erneuerung und Öffnung der Bonner Republik nach dem Zweiten Weltkrieg. Dazu gehört unter anderem das Zeltdach für den Tanzbrunnen in Köln aus dem Jahr 1957 sowie der Deutsche Pavillon auf der Weltausstellung in Montreal 1967, den er gemeinsam mit Rolf Gutbrod entworfen hatte. Zu seinen berühmtesten Projekten zählt neben der Multihalle in Mannheim (1975) und die Mitarbeit am Japanischen Expo-Pavillon in Hannover (2000) die Dachlandschaft für die Olympischen Spiele 1972 in München. Mit 72.800 Quadratmetern überspannt es das Olympiagelände und beeindruckt bis heute. Im März 2015 wurde ihm für sein Werk der Nobelpreis der Architektur, der sogenannte Pritzker-Preis, zugesprochen. Damit ist Frei Otto nach Gottfried Böhm der zweite deutsche Architekt, dem diese Ehre zuteil wurde.

 

Detaillierte Auseinandersetzung mit Frei Ottos Modellen


Grundlage für die Ausstellung in Karlsruhe wie auch für die Publikation ist das Werkarchiv von Frei Otto mit über 400 Modellen. Es befindet sich im Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). In der Ausstellung wurden sämtliche Modelle auf einer ca. 50 Meter langen Tischkonstruktion präsentiert. Eine imposante Inszenierung, die einen umfassenden Überblick ermöglichte. Die Publikation schafft dahingehend den Raum für eine detaillierte Auseinandersetzung mit einzelnen Entwürfen. Die Modelle und Elemente wurden vor schwarzen Hintergrund in Szene gesetzt und aus verschiedenen Perspektiven festgehalten. Ergänzende Nahaufnahmen sowie zahlreiche Aufsichten ermöglichen es dem Leser, die Modelle auf über 200 farbigen Hochglanzseiten genau zu erforschen. Dabei ist die Rezeption der Modelle auch ein ästhetisches Vergnügen, da viele Aufnahmen ihre Materialität und ihren skulpturalen Charakter offenlegen. Das gilt auch für die seitenfüllenden Fotografien in Schwarz-Silber, die den Hauptteil des Buches hochwertig umschließen. Studienarbeiten und realisierte Projekte werden mit Archivaufnahmen in Schwarz-Weiß vorgestellt.

 

Vier Essays erläutern den Ansatz des Architekten

Vier Essays geben zudem einen Einblick in das Schaffen von Frei Otto. Es wird unter anderem die soziale und politische Bedeutung seiner Entwürfe besprochen, aber vor allem die Relevanz des Modells als Grundlage für seine Experimentalkultur hervorgehoben, in denen Technik, Wissenschaft, Vorstellungskraft und künstlerische Ansätze zusammenfließen. Die damit verbundenen Denk- und Entwicklungsprozesse werden durch die visuelle Kraft von „Frei Otto – Denken in Modellen“ nachvollziehbar und von den Archivfotos unterstützt, zum Beispiel wenn Frei Otto abgebildet ist, wie er seine Modelle selbst fotografiert, oder wenn zu sehen ist, wie Modelle vor einer Lichtmaschine gekippt werden, um die Schattenwürfe zu studieren.

 

Über den Verlag Spector Books

Der Verlag Spector Books sitzt in Leipzig und ist bekannt für Publikationen am Schnittpunkt von Kunst, Theorie und Design. Der Verlag versteht das Medium Buch als Bühne, auf der ein Wechselspiel zwischen Inhalt, Gestaltung und der Buchform stattfinden soll. Daher basiert jede Produktion auf einem intensiven Austausch von Künstlern, Autoren, Designern, Lithografen sowie Druckern und Buchbindern. Herauskommen Bücher, die regelmäßig mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet werden, so wie auch der Band „Frei Otto – Denken in Modellen“, der auf der Frankfurter Buchmesse 2017 mit dem DAM Architectual Book Award prämiert wurde.

Frei Otto – Denken in Modellen*

Veröffentlicht am 03.01.2018

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