Lille wird World Design Capital 2020

Lille wird World Design Capital 2020

Fünf Städte aus Asien, Europa und Ozeanien hatten sich für den Titel der World Design Capital 2020 (WDC) beworben. Zwei Städte schafften es in die Schlussrunde: Sydney, Australien, und Lille, Frankreich. Jetzt steht fest, welche Stadt das Rennen gemacht hat.

Bis zuletzt durften sich die Delegationen der beiden Finalisten Hoffnungen machen. Beide Städte hatten überzeugende Bewerbungen eingereicht und die international besetzte Jury aus Experten für Design, Stadtplanung sowie ökonomische und soziale Entwicklung von ihrem jeweiligen Potenzial als Designhauptstadt überzeugt.

 

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Städten Lille und Sydney

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Städten Lille und Sydney

Die französische Stadt Lille, vormals Industriestadt, versucht, den dringend notwendigen Strukturwandel mit einem weitreichenden Projekt voranzutreiben. Die Kreativindustrie soll durch das Projekt „Eldorado: the greatest design experiment“ gestärkt werden, bei dem Design in den Mittelpunkt ihres wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Wandels gerückt und zum treibenden Faktor für eine Erneuerung der Stadt wird.

Auch die australische Metropole Sydney bewarb sich gemeinsam mit Parramatta und anderen Städten aus dem unmittelbaren Umland um den Titel World Design Capital 2020. Sie kündigte an, im Falle des Sieges die Zeit als Weltdesignhauptstadt zu nutzen, indem sie das WDC-Programm „Inclusive, Resilient“ als offene Plattform konzipiere. Auf diese Weise könnten Bürger, Gruppen, Institutionen, Entscheidungsträger sowie Designer und Menschen aus aller Welt zusammenarbeiten, um ein neues Modell mit großer gesellschaftlicher Tragweite für eine zunehmend urbanisierte Welt zu entwickeln, das Land und Klimaschutz einbindet.

Prof. Mugendi M´Rithaa, der bis zur Vollversammlung am 14. Oktober Präsident der World Design Organization war und dann turnusgemäß abgelöst wurde, lobte im Vorfeld der Entscheidung das Engagement beider Städte. Sowohl Lille als auch Sydney würden Design bewusst als Mittel zur Lösung ihrer spezifischen, drängendsten städtischen Herausforderungen einsetzen.

 

Lille – Stadtentwicklung durch Design

Lille – Stadtentwicklung durch Design

Die Entscheidung der Juroren fiel, nachdem sie sich vor Ort ein Bild der beiden Städte gemacht hatten – letztlich konnte Lille etwas mehr überzeugen. Prof. Mugendi M’Rithaa: „Mit seiner strategischen Lage im Herzen Europas ist Lille eine Metropole von intellektueller, kultureller, sozioökonomischer und kreativer Relevanz für die gesamte Region und darüber hinaus. In ihrer Bewerbung verweist die Stadt Lille auf ihre kreative Tradition und ihr vielfältiges Erbe, gleichzeitig stellte sie die Rolle von benutzerzentriertem Design als treibende Kraft für nachhaltige Veränderungen auf lokaler und regionaler Ebene eindrucksvoll heraus.“

Damit reiht sich Lille nach Turin, der ersten WDC im Jahr 2008, Seoul (2010), Helsinki (2012), Kapstadt (2014), Taipei (2016) sowie Mexico City, das den Titel im kommenden Jahr führen darf, in die länger werdende Liste der Designstädte ein.

 

Das WDC-Programm und seine Verbindung zu Red Dot

Die World Design Organization, vormals Icsid (International Council of Societies of Industrial Design), ist eine internationale Non-Profit-Organisation. Das Projekt „World Design Capital“ wurde von Professor Dr. Peter Zec, Gründer und CEO des Red Dot Design Awards, in seiner Zeit als Präsident der Weltdesignorganisation (2005-2007) ins Leben gerufen. Er vertrat die Ansicht, dass Städte angesichts des enormen Strukturwandels ihre kreativen Potentiale bewusst einsetzen müssen, um attraktive Lebensräume zu gestalten und sich von anderen abzuheben. Im Zweijahres-Rhythmus können sich Metropolen um den begehrten Titel bewerben, die Gestaltung als Möglichkeit zur Verbesserung des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens nutzen.

Veröffentlicht am 23.10.2017

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