TYPO Labs 2017: Internationale Konferenz der Font-Industrie

Bevor die internationale Designkonferenz ihre Pforten öffnet, findet <strong>vom 6. bis 8. April 2017</strong> zum zweiten Mal die TYPO Labs-Konferenz in Berlin statt. Die Konferenz wird, wie auch die Typo Berlin, von dem Veranstalter Monotype ausgerichtet.

An drei Tagen treffen sich Schrifthäuser, führende Ingenieure und Praktiker der Font-Industrie, OS-Entwickler und Programmierer im Kulturquartier Silent Green, um über neue Technologien, Tools und Strategien zu diskutieren. Es geht dabei um die Verbesserung der Darstellung und des Bearbeitens von Texten am Bildschirm. Des Weiteren dürfen sich die Besucher der Konferenz auf spannende Workshops, Technik-Sessions und zwei Podiumsdiskussionen mit hochrangigen Größen aus der Branche freuen.

Typo Labs 2017: Neue Dimensionen im Type Engineering

Unter dem Motto „Neue Dimensionen im Type Engineering“ kommen die Vorreiter der Font-Szene in Berlin zusammen, um sich gemeinsam über die „kleine Industrie“ auszutauschen. Der Konferenzdirektor Jürgen Siebert freute sich betont über die erneute Zusammenkunft der Experten und wies auf die Wichtigkeit der Typografie hin, die uns jeden Tag beim Lesen von Websites, E-Mails, Nachrichten und natürlich auch bei der persönlichen Texterstellung begegnet. Es ginge darum, so Jürgen Siebert, dass Wörter, Sprachen, Icons und Emojis mit mehr Komfort und Flexibilität zum Einsatz kommen. Emojis sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken und fest verankert. Sie sind Ausdruck von Emotionen und fügen sich in unseren „Sprachgebrauch“ ein. Sie gehören mittlerweile zum Spektrum der Schriftzeichen und werden gerade deshalb von Type-Designern ernsthaft diskutiert. Der TYPO-Labs-Referent Roel Nieskens, der sich auf die Entwicklung variabler Emojis und Color-Fonts spezialisiert hat, bringt auf diesem Gebiet Farbe ins Labs-Programm.

Neues Font-Format im Fokus der Diskussionen

Bereits im letzten Jahr hatten die großen Software- und OS-Hersteller den OpenType-Variable-Font-Standard abgesegnet. Bislang aber wartet das Publikum gespannt darauf, wie die Office- und Grafikprogramme die neue Font-Technik nutzen werden und, Insider diskutieren kritisch über die Markteinführung dieser neuen Technik. Spannend dürfte demnach der Auftritt von Dan Rhatigan (Adobe) sowie Peter Constable und Rob McKaughan (beide von Microsoft) sein. Die Typo Labs bietet für eine Fortsetzung der Debatte ausreichend Raum und trifft auf interessierte Zuhörer. Unter dem Titel „Business Opportunities And Challenges In Bringing Variable OpenType Fonts To The Market“ wird die Debatte am Eröffnungstag der Typo Labs direkt fortgesetzt. Moderiert werden die Gespräche der namhaften Experten, wie Matthew Rechs, Direktor und General Manager bei Adobe Typekit, der Font Bureau-Gründer David Berlow, sowie Ivo Gabrowitsch, Direktor E-Commerce Marketing bei Monotype und Alexandra Korolkova, Art Director bei ParaType, von dem angesehenen Industrieexperten Adam Twardoch, Director of Products bei FontLab. Ziel der Gespräche ist es, durch die anregenden Vorträge neue Argumente hervorzubringen, die für die neue Open-Type-Technologie stehen.

Metriken, Font-Techniken und Font-Programme

Am zweiten Veranstaltungstag beschäftigt sich eine prominente Runde von Type-Designern und Font-Entwicklern mit den Metriken aus den Zeiten des Bleisatzes. Diskutiert werden diese vor dem Hintergrund ihrer heutigen Daseinsberechtigung. Die Podiumsdiskussion wird vom niederländischen Type-Designer Just van Rossum moderiert und geleitet, der die internationalen Querdenker, wie die Font-Entwickler Bianca Berning (Dalton Maag), Victor Gaultney (Senior Type Designer bei SIL International), John Hudson (Tiro Typeworks), Rob McKaughan (Microsoft), Toshi Omagari (Monotype) und die iranische Designerin Sahar Afshar an diesem Samstag auf die Bühne holt, um das Thema zu durchleuchten. Einen Ausblick auf die Qualität zukünftiger Font-Techniken, wie die Variable-Fonts, bieten Tom Rickner und Bob Taylor von Monotype, die verschiedene Tools und Strategien vorstellen, die Font-Ingenieuren dabei helfen sollen, die standardkompatiblen Fonts zu bauen. Ergänzend stellen sich die wichtigsten Font-Produktions-Programme Robofont, Glyphs, FontLab und FontMaster mit einer Präsentation ihrer neuesten Versionen und Funktionen vor.

Weitere Höhepunkte der Typo Labs 2017 in Berlin

Einen weiteren Höhepunkt der Typo Labs 2017 in Berlin stellt der Workshop „Stop Clicking: An Introduction To Shell Scripting“ dar. Vorgestellt werden praktische Tipps für den Berufsalltag und die meist benutzten Unix-Programmzeilen von der Mitbegründerin der US-amerikanischen Process Type Foundry, Nicole Dotin, mit denen sich wiederkehrende Font-Produktions-Prozesse automatisieren lassen. Für alle Freunde der DTL FontMaster-Tools veranstalten der Type Designer Frank E. Blokland und Software-Entwickler Jürgen Willrodt einen Workshop mit dem Titel „Prepairing, Creating, Profiling and Modifying Variable Fonts“.

Liste der Sprecher
http://www.typotalks.com/labs/2017/speakers/

Zeitplan
http://www.typotalks.com/labs/2017/schedule/

Informationen zu den Tickets
http://www.typotalks.com/labs/2017/tickets/

Veröffentlicht am 06.03.2017

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