Pure Gold: Upcycled! Upgraded!

Pure Gold: Upcycled! Upgraded!

Die Ausstellung „Pure Gold. Upcycled! Upgraded!“ im Museum für Kunst und Gewerbe widmet sich Abfall als Rohstoff für neue und hochwertige Designobjekte. Es werden 53 internationale Designerinnen und Designer mit 76 Arbeiten vorgestellt, die ihren spezifischen Umgang mit Abfall- und Billigmaterialien aufzeigen. Für die Auswahl zeichnet sich ein hochkarätiges Kuratorenteam aus sieben Regionen verantwortlich: wie zum Beispiel Volker Albus aus Frankfurt am Main für Europa, Bahia Shehab aus Kairo für Nordafrika/Nahost oder Zhang Jie aus Peking für Ostasien. Die Ausstellung ist vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) organisiert und bringt das Thema an 20 Standorte weltweit. Nach dem Auftakt in Hamburg startet die zehnjährige Tournee in Südostasien, mit den Stationen Bangkok, Yangon, Hanoi und Manila.

 

Abfall als Ressource für Designobjekte entdecken

Abfall als Ressource für Designobjekte entdecken

Die Objekte zeigen einen positiven Umgang mit dem Abfall auf, der als Ressource und nicht als wertloser Rest eines Konsumgutes verstanden wird. Damit fokussiert die Ausstellung zugleich auf mehrere Aspekte des Upcyclings. Es werden zum einen ökologische und ethisch verantwortliche Designansätze vorgestellt, die auf die gravierende Vermüllung der Natur durch den Menschen reagieren. Die Ausstellung zeigt weiter auf, dass Upcycling kein Nischenphänomen ist, sondern eine globale Strömung darstellt. Folglich werden zeitgenössische europäische wie außereuropäische Designentwicklungen in den Blick genommen. Jakob Michael Landes aus Deutschland präsentiert beispielsweise einen Lampenschirm aus Multiplex, ein Werkstoff, der sonst für Skateboards verwendet wird. Sahil & Sarthak aus Indien zeigen mit ihrem Stuhl „Katran High Back Chair“, wie aus Stoffresten Seile zur Polsterung von Sitzmöbeln werden. Der Niederländer Diederik Schneemann fertigt wiederum Körbe und Kleinstmöbel aus Flip-Flops an. Mit diesen oftmals experimentell und handwerklich hergestellten Exponaten werden auch vorherrschende industriell-standardisierte Produktionstechniken infrage gestellt. Da viele Objekte zudem ihre vormalige Existenz als Abfallstoffe keineswegs verbergen, werden ästhetische Alternativen zu Gleichmäßigkeit und Abgeschlossenheit aufgezeigt. Obwohl sich Upcycling-Produkte einer zunehmenden Beliebtheit erfreuen, werden mit „Pure Gold“ auch bestehende Vorurteile thematisiert. So gilt in vielen Regionen Südostasiens Upcycling noch als unhygienisch. Doch auch dort ist die Wiederverwendung von Holz auf dem Vormarsch und Matten aus recycelten Plastikstrohhalmen sind bereits sehr begehrt.

 

Projekt-Website gibt Einblicke in Produktionstechniken

Projekt-Website gibt Einblicke in Produktionstechniken

Auf der Projekt-Website http://puregold.ifa.de erhalten Besucher und Designinteressierte weiterführende Informationen. Nicht nur zu den ausgestellten Werken, sondern auch zu den jeweiligen Designern und Produktionstechniken. Dafür werden Kurzfilme – sogenannte „Instructables“ – erstellt, die kurzweilig und bewusst einfach die Herstellung eines Exponats wiedergeben. Filme, wie zu der Lampe „Styrene“ von Paul Cocksedge, können dort bereits angeschaut werden. „Styrene“ ist eine Lampe auf der Grundlage von kegelstumpfförmigen, weißen Bechern, die es in jeder Kantine oder an jedem Wasserspender gibt. Paul Cocksedge nutzt diese Wegwerfbecher als Bauteile für seine kugelförmige Leuchte. Neben diesem informativen Ansatz soll mittels der Website und  den damit verknüpften Social-Media-Netzwerken eine Plattform entstehen, auf der sich Interessierte weltweit zusammenschließen, Erfahrungen sammeln und austauschen können.

 

Über das Museum für Kunst und Gewerbe

Über das Museum für Kunst und Gewerbe

Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg gehört zu den bedeutendsten Museen für Kunst und Design in Europa. Das 1877 eröffnete Haus in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs beherbergt rund 500.000 Objekte aus 4000 Jahren Menschheitsgeschichte – von der Antike bis zur Gegenwart, aus dem europäischen, dem islamischen und dem fernöstlichen Kulturraum. Das Profil des Museums ist eine geschickte Kombination von Ausstellungen zu aktuellen und kulturhistorischen Themen. Ausstellungen zu Modeikonen wie Coco Chanel und Alexander McQueen haben dort ebenso stattgefunden wie zu zahlreichen Designthemen, Tattoos und Comics.

 

Veröffentlicht am 25.10.2017

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