Open Codes – Leben in digitalen Welten

Open Codes – Leben in digitalen Welten

Das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe zeigt die Ausstellung „Open Codes – Leben in digitalen Welten“, die noch bis zum 5. August 2018 geöffnet ist. Präsentiert werden Kunstwerke und wissenschaftliche Arbeiten, die auf analogen und digitalen Codes basieren.

 

Die Funktionen digitaler Codes in einer globalisierten Welt

Die Ausstellung möchte auf den Umstand aufmerksam machen, dass wir heute mehr denn je in einer globalisierten Welt leben, die von digitalen Codes bestimmt wird. Von Leibniz‘ Binärcode bis zum Morsecode, vom kosmischen Code bis zum genetischen Code. Überall sind Codes die Basis! Unser Leben wird von der künstlichen, von menschengemachten, Datenwelt bestimmt. Ein schönes Beispiel ist das Einschalten unseres Mobiltelefons, bei dem wir als erstes dazu aufgefordert werden einen Code einzugeben, damit wir es benutzen können. Ein weiteres anschauliches zukunftsweisendes Beispiel findet sich in Paris, dort ist die Eingabe eines Nummerncodes an der Tür längst üblich und weit verbreitet, um sich Einlass in ein Haus zu verschaffen.

Die gezeigten Werke und wissenschaftlichen Arbeiten sollen die komplexen Dynamiken von Codes aufzeigen und erklären. Zudem soll vermittelt werden, dass die Codes zunehmend die Art und Weise, wie wir leben und wie wir die Welt sehen, gestalten. Digitale Codes bestimmen die Kommunikation bis hin zum Transport, egal, ob von Menschen, Gütern oder Nachrichten. Die Mathematik und die Elektronik haben eine neu Welt basierend auf Computerprogrammen hervorgebracht, die von Ingenieuren, Physikern und Informatikern oder wie bei dieser Ausstellung möglich, auch von Otto-Normalverbrauchern gestaltet werden will.

 

Das Merkmal eines jeden Codes ist seine Übersetzbarkeit

Blicken wir zurück in die Vergangenheit, dann finden sich die ältesten Codes unserer Kultur zum Beispiel in unserer Sprache, im Alphabet, aber auch im Zahlensystem. In der Kommunikationswissenschaft geht man davon aus, dass jegliche Kommunikation auf dem Austausch von Informationen beruht. Diese Informationen vom Sender erzeugen einen bestimmten Code, der auf der Empfängerseite interpretiert wird. So wird ein Code wie folgt definiert: Es ist ein System zur Verschlüsselung (geheimer) sprachlicher Botschaften, bei dem die Zeichen eines Zeichensystems bestimmten Zeichen eines anderen Zeichensystems regelhaft zugeordnet werden. Das bedeutet, dass ein Code in einen anderen Code übersetzt werden kann. Genau deshalb ist es möglich einen alphabetischen Code mit Tonsignalen abzubilden und diesen in einen Morsecode zu transferieren.

 

Ausstellung mit Laborcharakter

Die Welt der digitalen Codes wird mit den circa 200 künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeiten im ZKM in acht Bereiche gegliedert. Diese teilen sich auf in: #GenealogieDesCodes, #Codierung, #MaschinellesLernen, #AlgorithmicGovernance, #AlgorithmischeÖkonomie, #VirtuelleRealität, #Arbeit&Produktion und #GenetischerCode. Anders als bei den klassischen Ausstellungen erschließt sich der Bedeutungshorizont der Werke erst im Prozess physischer Interaktion zwischen dem Betrachter und dem Werk. Deshalb gibt es viele sogenannte „Workstations“, an denen man selbst aktiv und kreativ werden kann, während sich Studio-, Labor-, Büro- und Wohnelemente miteinander abwechseln. Egal, ob es um die Programmierung, das Kennenlernen der Bots oder anderer Technologien geht, das selbstständige Entdecken soll dazu beitragen, unsere heutige digitale Welt und das was dahinter steckt zu verstehen.

In dieser Ausstellung weichen architektonisches Konzept und Szenografie stark von der gewöhnlichen Museumsarchitektur als White-Cube ab und bringen eine Open-Source-Community hervor, in der die Menschen gemeinsam kompetenter, kreativer und kenntnisreicher werden.

 

Das Zentrum für Kunst und Medien

Das Zentrum für Kunst und Medien, kurz ZKM, wurde 1989 als Museum gegründet und ist heute eine weltweit einzigartige Kulturinstitution. Die Mission des ZKM war das Fortschreiben der klassischen Künste ins digitale Zeitalter. Heute vereint das ZKM alle Mediengattungen und bezeichnet sich selbst erstens als Haus der raumbasierten Künste, wie Malerei, Fotografie und Skulptur und zweitens ebenso als Haus der zeitbasierten Künste wie Film, Video, Medienkunst, Musik, Tanz, Theater und Performance. Über den Leitgedanken eines klassischen Museums hinaus hat sich das ZKM der Aufgabe verschrieben nicht nur Kunstwerke zu hüten, sondern auch entstehen zu lassen. Deshalb beherbergt das ZKM auch Institute und Labore, in denen wissenschaftlich geforscht, entwickelt und produziert wird.

Das innovative Lernkonzept des ZKM ermöglicht es, die spannende Welt des digitalen Codierens allen Altersgruppen zu eröffnen. Kleinkinder und Erwachsene erhalten einen freien Eintritt und können die Ausstellung „Open Codes“ kostenlos erkunden. Die Ausstellung ist im Lichthof 8+9 des ZKM untergebracht und wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Konferenzen, Symposien, Workshops und Filmvorführungen begleitet.

Veröffentlicht am 20.11.2017

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