Jasper Morrison – Thingness

Jasper Morrison – Thingness

Noch bis zum 6. Mai 2018 zeigt das Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig die Ausstellung „Thingness“ – die erste Retrospektive des weltweit renommierten Designers Jasper Morrison. 2015 wurde die Retrospektive erstmals im belgischen Grand-Hornu eröffnet, begleitet von der Monografie A Book of Things*, die im Verlag Lars Müller Publishers erschienen ist. Seitdem ist die Sonderausstellung auf Tournee und war bereits in dem Museum für Gestaltung in Zürich, in der Tate Modern in London und zuletzt in 2017 im Bauhaus Archiv in Berlin zu sehen.

„Thingness“ zeigt die Werke des englischen Designers aus den vergangenen 35 Jahren. In chronologischer Abfolge werden Möbel, Kochutensilien, Geschirrserien, Trinkgläser, Leuchten, Heimelektronik und andere Alltagsgegenstände gezeigt. Das Archiv- und Bildmaterial ergänzt die Präsentation und bietet Einblicke in verschiedene Zeitabschnitte. Explizit für diese Werkschau entwarf Morrison ein einfaches und zugleich visuell ansprechendes Regalsystem.

 

Was bedeutet „supernormales Design“?

Palma Cast Iron Kitchenware

Jasper Morrison selbst setzt sich hinsichtlich Gestaltungsfragen keine Grenzen und prägt damit ein neues Formverständnis, nämlich dass Design „supernormal“ sei. Er gestaltet alles, was ihm lieb ist. Seine Entwürfe sind langlebig und vereinen die einfachsten Formen mit maximalem Komfort. Nicht die Form als solche steht im Mittelpunkt, sondern die aus präziser Beobachtung entstandene Zweckmäßigkeit des Gegenstands. Seit 2005 bleibt er dem Prinzip des „supernormalen Designs“ treu und lebt sein Formverständnis aus, weil er von der reinen Form und der Funktionalität der einfachen und alltäglichen Dinge überzeugt ist.

Seine Gestaltungshaltung kann als eine Art Rückbesinnung auf ursprüngliche Grundformen verstanden werden. Daraus ergibt sich seine Vorliebe für Objekte, die sich aufgrund ihrer benutzerfreundlichen, unaufdringlichen und zeitlosen Gestaltung bewähren, ohne dass sie sich extremer Formen bedienen müssen. Morrisons Augenmerk liegt auf der Atmosphäre eines zeitgemäßen Wohnumfelds, auf historischen Bezügen und auf der Herstellung sowie dem Material. Damit lenkt er den Blick auf die zentralen Fragen der Gestaltung, denn seiner Ansicht nach bestimmt der Zweck des Gegenstandes die perfekte Form.

 

Jasper Morrisons Beginn einer aufstrebenden Karriere

Laborgefässe

Knife Fork Spoon

Jasper Morrison wurde 1959 in London geboren. Ab 1979 studierte er zunächst Design an der Kingston Polytechnic Design School und am Royal College of Art in London. 1984 hatte er ein Stipendiat an der Universität der Künste in Berlin inne. 1986 eröffnete er dann sein erstes Designstudio ebenfalls in London. Heute führt er weitere Büros in Tokio und Paris.

Bereits ein Jahr später wurden seine Arbeiten auf der Documenta 8 in Kassel ausgestellt. 1988 machte er bei der „Design Werkstadt“ mit, die ein Teil des „Berlin, Cultural City of Europe“-Programms war. Hier stellte er „Some new items for the house, part I“ (dt.: „Einige Neuheiten für das Haus, Teil I“) in der DAAD-Galerie aus. Die Produktion seiner ersten Entwürfe übernahmen Aram und SCP in London, Neotu in Paris, FSB in Deutschland und Cappellini in Italien. Anschließend, im Jahr 1989, stellt er in Zusammenarbeit mit Vitra auf der Mailänder Möbelmesse den zweiten Part von „Some new items for the house“ vor.

 

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit internationalen Firmen

Plywood Chair

Gemeinsam mit Andreas Brandolini und Axel Kufus gründete er die Gruppe „Utilisim International“ deren Schwerpunkte Ausstellungsdesign und Stadtplanung waren. Es folgten Kooperationen mit den italienischen Firmen Alessi, Flos und Magis sowie mit der deutschen Porzellanmanufaktur Rosenthal. Im Jahr 2000 entwarf er für Rowenta eine Reihe von Küchengeräten. Gleichzeitig übernahm er eine beratende Tätigkeit bei Muji, Samsung, Ideal Standard und Established & Sons. 2006 arbeitete Jasper Morrison gemeinsam mit dem japanischen Designer Naoto Fukasawa an der Ausstellung „Super Normal“ in der Axis Gallery in Tokio. Ein Jahr später wird er mit der Aufgabe des Art Directors bei dem Schweizer Elektronikunternehmens „Punkt“ betreut, das von Petter Neby gegründet wurde.

Inspiriert von der Ausstellung in Tokio eröffnete er direkt neben seinem Designstudio den ersten Jasper-Morrison-Shop in London, der jährlich Teil des London Design Festivals ist. Seit 2010 arbeitet Morrison zusammen mit den spanischen Unternehmen Camper, Kettal und Andreu World sowie mit den US-amerikanischen Unternehmen Maharam und Emeco. 2014 entwarf er die Möbel für den Ausbau der Tate Modern, nachdem er fast zehn Jahre mit den Architekten Herzog & de Meuron an der Eröffnung des Museums gearbeitet hatte.

Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben weitere „super normale“ Produkte zu entdecken, empfehlen wir Ihnen unsere Kategorien Küchenzubehör & Tableware sowie den Bereich Wohnen & Schlafen.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Zur Übersicht
Top