Helsinki Design Woche 2017

Helsinki Design Woche 2017

Im Jahr 2016 versammelten sich mehr als 158.000 Besucher zur großen Designwoche in Helsinki. Auch in diesem Jahr werden wieder viele Besucher erwartet, die sich über mehr als 250 Veranstaltungen freuen dürfen. Das Programm bietet Seminare, Ausstellungen, Modeschauen, Workshops, Installationen, unterhaltsame Abendprogramme und freien Zugang zu den Räumen der Designstudios, bei denen die Türen für die Besucher offen stehen. Zahlreiche Designer, bekannte Architekten und internationale Modemacher präsentieren dort ihre Designs und geben Aufschluss über die kreativen Prozesse, die hinter ihrer Arbeit stecken.

Helsinki – das lebendige Kreativzentrum

Seitdem Helsinki bereits 2012 zur Weltdesignhauptstadt gekürt wurde, wird man im Stadtbereich an jeder Ecke von Design begrüßt. Im sogenannten „Design District“, dem lebendigen Kreativzentrum der Stadt mit Jugendstilgebäuden und gesäumten Kopfsteinpflasterstraßen, leben viele junge Kreative. Hier gibt es eine große Auswahl an über 200 Boutiquen, Ateliers, Galerien und stilvollen Cafés. Aber Design wird in Helsinki nicht nur zur Design Woche zelebriert, sondern das ganze Jahr über. Immer wieder finden spontane Events, wie z. B. das Late-Night-Shopping oder Veranstaltungstage, wie der „Restaurant Day“ oder „Cleaning Day“ statt. Zusätzlich lassen regelmäßige Flohmärkte und zahlreiche Vintageläden die Shoppingherzen höher schlagen, vor allen Dingen, wenn es um hochwertige Antiquitäten geht, die hier noch zu finden sind.

Die Innenstadtviertel Punavuori, Kaartinkaupunki, Kruunuhaka, Kamppi und Ullanlinna bieten einen idealen Ausgangspunkt, um sich auf die Spuren des finnischen Designs zu begeben und sich inspirieren zu lassen. Staren kann man zum Beispiel an dem 140 Jahre alten Designmuseum, dass in einer Dauerausstellung einen umfassenden Überblick über die Geschichte des finnischen Designs bietet – von den Anfängen im späten 19. Jahrhundert über Alvar Aalto, den Begründer des finnischen Modernismus, bis zur Gegenwart. In den zusätzlichen Sonderausstellungen werden außerdem die neuesten Designtrends aus Finnland, Skandinavien, sowie internationale Neuheiten präsentiert.

Finnische Designikonen, wohin das Auge reicht

Über den „Design District“ hinaus, kann das finnische Design auch auf und nahe der Haupteinkaufsstraße Esplanadi und dem Marktplatz erlebt werden. Einige der Flagshipstores der finnischen Designikonen, wie Marimeko, Artek oder Iittala sowie eine bohèmehafte Kunst- und Designszene sind hier heimisch.

Für die „Helsinki Design Woche“ werden die Straßen bunt geschmückt, die Restaurants und Bars hübsch beleuchtet, während die Schaufenster als Bühne für zahlreiche Künstler und Designer herhalten. Die Besucher erleben eindrucksvolle Programmpunkte verteilt über die gesamte Stadt und können an unterhaltsamen Straßenbahngesprächen teilnehmen, die als Themenfahrten unter dem diesjährigen Motto „Q & A“ ausgerichtet werden oder das internationale Designseminar mit namhaften Größen aus der Designszene besuchen.

Das Motto der Helsinki Design Woche lautet „Q & A“

Die „Helsinki Design Woche“ startet in diesem Jahr unter dem Motto „Q & A“ (= Questions and Answers) – zu Deutsch: Fragen und Antworten. Die Suche nach Fragen und Antworten hebt die Tatsache hervor, dass gutes Design auch immer ein gutes Denken beinhaltet. Seit einiger Zeit hat sich der Wert von Design geändert, und es geht nicht mehr länger nur darum bloße Gegenstände zu erschaffen, sondern es schließt Erkenntnisse ein und hinterfragt das Offensichtliche.

Das Thema des Designevents soll uns zu mehr Offenheit, Visionen, Erforschung und Entdeckung anregen. Wir sollen uns mit den sozialen Fragen des Lebens auseinandersetzen, die unsere Zukunft beeinflussen werden. Kritik ist dafür ein wichtiger Faktor, die uns offen für neue Wege macht. Es geht darum herauszufinden, wie wir Design verwenden können, um bessere Städte, ja wenn nicht sogar eine bessere Gesellschaft zu erschaffen. Wie könnte designorientiertes Denken Vorteile für die Entwicklung neuer Gebiete schaffen? Wie könnte eine nachhaltige Stadtentwicklung aussehen? Und wie die Bildung und Erziehung, die Plätze und Häuser oder die Kooperationen von Unternehmen im kreativen Bereich?

Eine weitere wichtige Dimension ist die Internationalität. Die „Helsinki Design Woche“ hat genau zur richtigen Zeit eine neues Netzwerk aufgebaut, dass die internationale Interaktivität vor neue Herausforderungen und Fragen stellt. In vielen Ländern ist Populismus, Nationalismus und Protektionismus allgegenwärtig, aber neue Ideen und Innovationen erfordern Offenheit, Engagement und Toleranz. In den kommenden Jahren gilt es deshalb darum, die nationalen Organisationen davon zu überzeugen, dass die internationale Vernetzung und der Dialog sinnvoller sind, als das kurzsichtige Streben eines nationalen Interesses. Doch wie gelingt das? Im September können Sie die Antworten hierzu in Helsinki suchen.

Internationale Designstars der Helsinki Design Woche

Zum Programm in Helsinki gehört außerdem das „DesignCommons“-Seminar, dass im Rahmen des zweitägigen „World Design Weeks“-Gipfeltreffens stattfindet. Hier trifft das Publikum mit internationalen Designern zusammen. Es wird in angenehmer Runde gespeist und angeregt diskutiert. Zugesagt haben bereits einige namhafte Größen, wie der ikonische Architekt Winy Maas, der Technologieunternehmer Marko Ahtisaari (ehemals Nokia), der Landschaftsarchitekt Cees van der Veeken und das Designstudio Swine, von dem der Architekt Azusa Murakami und der britische Künstler Alexander Groves erwartet werden.

Designinstallationen und unterhaltsame Straßenbahnfahrten

Mit insgesamt sechs neuen Installationen in der Stadt, sind die Werke finnischer und internationaler Designer und Architekten, die auf die Entwicklung der Stadt aufmerksam machen, zu sehen. Im letzten Jahr wurde die „Drei Schmiede-Statue“ in eine riesige Blase gehüllt. Jetzt soll neben der Statue ein kleines – gerade einmal Parkplatz großes – Apartmenthaus stehen, dass symbolisch die enge Stadtarchitektur nachbildet und eine Gebäudelösung für Katastrophengebiete aufzeigen soll. Auf der Keskuskatu-Straße wird ein „Danish greenroom“ eingerichtet und eine alte Manege (Kaartin maneesi) wird als Hintergrund für das vielseitige designorientierte Themenprogramm herhalten. Mit einer Bürgerparade am 7. September 2017 werden die Schauplätze dann feierlich eröffnet.

Dieses erstklassige Event sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Tipps von dem Designer Tapani Hyvönen für den Besuch der Stadt erhalten Sie in unserer Red Dot Design App.

 

Veröffentlicht am 10.08.2017

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