Glücksforschung: The Happy Show von Stefan Sagmeister

Glücksforschung: The Happy Show von Stefan Sagmeister

Die Ausstellung „The Happy Show“ in dem Museum für Gestaltung in Zürich zeigt die Arbeiten zum Thema Glücksforschung von dem renommierten Grafikdesigner und Typpografen Stefan Sagmeister. Noch bis zum 11. März 2018 widmet sich die Ausstellung der Frage nach dem Glücklichsein und lädt dazu ein, das eigene Glücksempfinden zu erproben. The Happy Show ist ein vergnügliches Kunststück in visueller  Kommunikation von dem in Österreich geborenen und in New York lebenden Gestalter, der gerne als „Popstar“ des Grafikdesigns bezeichnet wird. Mit einer geballten Ladung unterhaltsamer Informationen, die sich in Form von Infografiken, Installationen, Videoarbeiten, Fotografien und Exponaten zum Mitmachen über den eigentlichen Ausstellungsraum hinaus bewegen, sind die Besucher dazu angehalten herauszufinden, was sie glücklich macht.

 

Was macht uns glücklich?

Was macht uns glücklich?

Diese Frage versuchen Wissenschaftler und Psychologen seit jeher zu ergründen und Regeln zu definieren, anhand derer sich das Glück ableiten lässt. Glück wird als eine Erfüllung des menschlichen Wünschens und Strebens definiert und das, obwohl sich kein bewusstes Streben nach Glück evolutionsbiologisch nachweisen lässt. Dennoch wird es als eine Reaktion auf Reize betrachtet, die mit einer persönlichen Wertung einhergehen und die von verschiedenen sozialen Bedingungs- und Wirkungsfaktoren, wie zum Beispiel zwischenmenschlichen Beziehungen oder Selbstbestimmung, abhängig sind. Sagmeister hat diese und zahlreiche andere Statistiken und Resultate aus der Psychologie, aus soziologischen Publikationen und aus der ökonomischen Glücksforschung konsultiert. Daraus hat er nun selbst die Regeln für das Glücklichsein abgeleitet, die er in Form von Sinnsprüchen in poetischen Formspielereien und Schriftbilder überträgt und die inhaltlichen Botschaften visuell vermittelt.

 

Dem Glück auf der Spur

Dem Glück auf der Spur

Im Vorfeld hat sich Stefan Sagmeister zunächst persönlich einem Selbstexperiment unterworfen, um das Glück in sich selbst zu erforschen. Sein Ziel war es, die effektivste Methode zur Steigerung des individuellen Glücks herauszufinden. Dafür widmete er sich der Meditation und der kognitiven Therapie. Zusätzlich nahm er stimmungsaufhellende Medikamente ein und hielt in einem Tagebuch schriftlich seine Empfindungen fest. Seine intimen Tagebucheinträge, die in der Ausstellung gezeigt werden, geben einen überraschend offenen Einblick in seine Psyche. Durch die handschriftlichen Kommentare, die sich in geschwungenen Lettern über Wände, Spiegel und den Boden ziehen, wirkt die Darstellung lebendig und wird dadurch zu einer monumentalen und persönlichen Angelegenheit von Stefan Sagmeister. Ergänzt um die sozialwissenschaftliche Komponente hat er das Experiment zusätzlich mit statistischen Daten angereichert und daraus sein provokatives Werk The Happy Show entwickelt.

 

Das interaktive Glücksbarometer

Das interaktive Glücksbarometer

The Happy Show ist mehr als nur eine Ausstellung: Der Mix aus Kunst, Gestaltung und Wissenschaft vermittelt Authentizität und sorgt für intelligente Unterhaltung. Die Besucher können in der Ausstellung interaktiv die Antwort auf die Frage nach dem Glücklichsein selbst ergründen, indem sie zum Beispiel an einer Art überdimensionierten Kaugummiautomaten gelbe Kaugummikugeln aus einer von den zehn befüllten Röhren herauslassen, je nachdem, wie sie sich fühlen und wie der Glückszustand persönlich bewertet wird. Das Glücksbarometer ist mit einer Skala von eins („miserabel“) bis zehn („ausgezeichnet“) versehen und gibt den Besuchern Aufschluss über den allgemeinen Glückszustand.

 

Entwürfe von CD-Covern brachten Sagmeister den Erfolg

In den 1990er Jahren gelang dem in 1962 in Bregenz geborenen Stefan Sagmeister mit der Gestaltung von CD-Covern für Musikgruppen, wie The Rolling Stones, The Talking Heads oder Lou Reed, der internationale Durchbruch. Seitdem eilt ihm der Ruf als außergewöhnlicher Gestalter stets voraus. Zunächst studierte er Ingenieurwesen und wechselte dann zum Studium des Grafikdesigns. Im Anschluss erhielt er ein Stipendium beim Pratt Institute New York. Er wurde über Nacht selbst berühmt. Seine Entwürfe waren frisch, lebendig und frech, weil sie anders waren. Sein Stil gefiel auch den großen Unternehmen, wie Levi’s, Pepsi oder Barney’s. Es rieselte Aufträge und Sagmeisters Designstudio zählte in Kürze zu den gefragtesten der Branche.

 

Weitere Informationen zu den Öffnungszeiten, Führungen, Workshops und zu der Vorführung des Films „The Happy Film“ finden Sie auf der Website des Museums: www.museum-gestaltung.ch.

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Veröffentlicht am 18.01.2018

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