Retrospektive Azzedine Alaïa

Retrospektive Azzedine Alaïa

Das Designmuseum London zeigt die Retrospektive des renommierten Modedesigners Azzedine Alaïa, die er selbst, noch vor seinem plötzlichen Tod Ende 2017, geplant und vorbereitet hatte.
Um Azzedine Alaïas Einfluss in den Bereichen Kunst, Design und Architektur zu würdigen, zeigt die Ausstellung weitere Kreationen von führenden Designern, wie Konstantin Grcic, Marc Newson, Kris Ruhs und Ronan & Erwan Bouroulle, mit denen er einen langfristigen kreativen Dialog unterhielt. Im Mittelpunkt der Retrospektive stehen rund 60 Designstücke von Azzedine Alaïa, die ergänzt um Fotografien und persönliche Zitate, einen Einblick in die wichtigsten Stationen seiner 35 Jahre währenden Karriere gewähren. Sie verdeutlichen seine Liebe zum Detail und zeigen die Quelle seiner Inspiration auf, die Mode, Kunst, Fotografie und Design umfasste.

 

Die Karriere von Azzedine Alaia

Azzedine Alaia Foto Peter Lindbergh

Die Karriere von Azzedine Alaïa beginnt Ende der 1950er Jahre in Paris, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Zunächst war er als Assistent für kurze Zeit bei Christian Dior und später auch für Guy Laroche sowie Charles Jourdan tätig. Er hatte es recht schwer in den Anfängen, weil seine Entwürfe oft als zu grob betitelt wurden. Auf Anraten von Thierry Mugler gründete er dann zu Beginn der 1980er Jahre sein eigenes Label, das ihm nach und nach zum Erfolg verhalf. In den folgenden Jahren eröffneten seine ersten Boutiquen in den Modemetropolen Paris und New York sowie in Beverly Hills. Doch der erste Erfolg war nur von kurzer Dauer, weil seine Kreationen von Kritikern der Branche als altmodisch und überholt gesehen wurden. Im Jahr 2000 verkaufte er sein Unternehmen zunächst an Prada, das er nur einige Jahre später wieder zurückkaufte. In diesem Zeitraum lernte er das Supermodel Naomi Campbell kennen. Es erwuchs eine enge Freundschaft zwischen den beiden. Kurz nach dem Rückkauf investierte der Luxusgüterkonzern Richemont in das Unternehmen Azzedine Alaïa. Alaïa wurde ein korrespondierendes Mitglied des Pariser Modeverbandes Chambre Syndicale de la Haute Couture, wodurch er ab 2011 berechtigt war, seine Kreationen als Haute Couture zu führen.

 

Markenzeichen von Azzedine Alaïa

Zu seinen Markenzeichen gehörten skulpturale Schnitte und die prägnante Verzierung mit Reißverschlüssen sowie der Einsatz von den Materialien Leder und Stretch. Er selbst folgte keinen Trends, arbeitete sehr konzeptionell und kreierte Kleider, die eine Hommage an den weiblichen Körper waren. Seine Entwürfe bestanden meist aus in Schwarz oder Weiß gehaltenen Kleidern, die wie eine zweite Haut sehr eng anlagen. Sie waren maximal figurbetont und provozierend sexy. Er arbeitete häufig mit bis dato noch als ungewöhnlich geltenden Materialien wie Lycra, Latex und Jersey. Zusätzlich kreierte er gerne Lochmuster und verwendete Schnallen, aber auch Push-Up-BHs und eingearbeitete Bodies. Die Modewelt war schockiert, aber die Stars liebten seine Kreationen, die schon früh beispielsweise von Greta Gabo und Cécile de Rothschild sowie später auch von Naomi Campbell, Tina Turner und Madonna getragen wurden. Seine Kleider galten als Kunststücke, die wie „angegossen“ saßen und die Silhouette der Frau ehrten. Erst in den 1990er Jahren wurden seine Kreationen zunehmend gemäßigter.

 

Wenn Sie einen Besuch der Retrospektive Azzedine Alaïa einplanen, empfehlen wir Ihnen passend dazu unseren Beitrag London – Designers Hotspots, in dem wir Ihnen Tipps für die Übernachtung und Freizeit vor Ort geben. Alle Tipps können Sie auch mobil mit der Red Dot Design App abrufen.

Veröffentlicht am 09.05.2018

Zur Übersicht
Top