Ausstellung „…nur Stühle? Kinderstühle der Sammlung Neuwald“

Ausstellung „…nur Stühle? Kinderstühle der Sammlung Neuwald“

Vom 7. Dezember 2017 bis zum 4. Februar 2018 präsentiert „Die Neue Sammlung – The Design Museum“ ausgewählte Kinderstühle aus der Sammlung der Münchnerin Gisela Neuwald. Die Ausstellung im zweiten Obergeschoss der Pinakothek der Moderne wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung der Technischen Universität München (TUM) durchgeführt.

 

Kinderstühle vom Klassiker bis hin zum kuriosen Objekt

Kinderstühle vom Klassiker bis hin zum kuriosen Objekt

Seit den 1970er Jahren hat Gisela Neuwald mehr als 290 Kinderstühle aus aller Welt zusammengetragen – mit dem Auto, dem Zug oder mit dem Flugzeug. Das hat sie 2012 der Nürnberger Zeitung verraten. In ihrer Sammlung befinden sich Klassiker des modernen Designs wie der Lehnstuhl Nr. 65 von Alvar Aalto, aber auch Kuriosa wie der Lehnstuhl „seggiolino 4999“ von Richard Sapper und Marco Zanuso aus dem Jahr 1964, und Volkskunst wie ein Armlehnstuhl aus Äthiopien von 1890. Dass sämtliche von ihr gesammelten Objekte genau untersucht und klassifiziert wurden, hat Frau Neuwald einem langjährigen Forschungsprojekt im Fach Möbeldesign an der Fakultät für Architektur der TUM zu verdanken.

Die wichtigsten Entwürfe haben es nun in die Ausstellung geschafft und werden der Öffentlichkeit präsentiert. Sie geben dem Besucher einen spannenden Einblick in die Entwicklung des Kinderstuhls vom Biedermeier über den Ikea-Stuhl „Anna“ von 1963 bis zum Lehnstuhl „Pro 4“ von Konstantin Grcic aus dem Jahr 2012. Dabei lassen sich am Beispiel der praktischen, fantasievollen und innovativen Gestaltungslösungen die Entstehung neuer Konstruktionsmethoden und Materialien nachverfolgen wie der Gebrauch von buntem Kunststoff in den 1960er und 1970er Jahren. Zudem geben die Designs aus unterschiedlichen Epochen Auskunft über den jeweiligen gesellschaftlichen Stellenwert des Kindes.

 

Eine besondere Rolle in der Designgeschichte

Eine besondere Rolle in der Designgeschichte

Mit der Ausstellung wird zudem die besondere Rolle des Kinderstuhls innerhalb der Designgeschichte akzentuiert. Heutzutage sind spezielle Möbel für Kinder aus der Design- und Konsumwelt nicht mehr wegzudenken. Internationale Designer suchen kontinuierlich nach den besten Lösungen für Kindermöbel und optimieren dabei stetig Aspekte wie Ergonomie, schmutzabweisende Oberflächen, Langlebigkeit und vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Dabei sollen die Produkte ihre kleinen Nutzer in gleichem Maße überzeugen wie die Eltern. Doch der Kinderstuhl als eigenständiger Designbereich entwickelte sich erst im Zuge der Industrialisierung und durch die allmähliche Durchsetzung der Pädagogik. Zuvor waren spezielle Möbel für Kinder nur bei Vertretern des Adels oder des Bürgertums auszumachen. Der Kinderstuhl weist folglich eine relativ kurze Entwicklungszeit auf.

Im Gegensatz dazu reicht die Geschichte des Stuhls bis ins Altertum zurück. Auf dem Gebiet der Kindermöbel hat die deutsche Firma Thonet Pionierarbeit geleistet. Das von ihnen entwickelte Bugholzverfahren machte moderne Sitzmöbel für eine breite Masse erschwinglich und bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden spezielle Möbel für Kinder wie der Kinder-Rollsessel konzipiert. Folglich wird mit der Ausstellung akzentuiert, dass die Entwicklung von Kinderstühlen ohne ein Verständnis für das Kind als sich entwickelnder Mensch und die Kindheit als wichtige Lebenshase ebenfalls nicht denkbar ist.

 

Über Die Neue Sammlung in München

Über Die Neue Sammlung in München

Die Neue Sammlung ist das Designmuseum in der Pinakothek der Moderne in München, das 1907 aus dem Geist des Deutschen Werkbundes entstanden ist. Seit 1925 handelt es sich um ein staatlich gegründetes Museum, das sich Produkt- und Industriedesign sowie Grafikdesign widmet. Die Neue Sammlung beherbergt mit über 100.000 Inventarnummern eine der größten Designsammlungen der Welt.

Veröffentlicht am 08.12.2017

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