Architektur & öffentlicher Raum

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Architektur: Die große Kunst, kein Kunstwerk zu gestalten

Was Architektur heute leisten kann und muss, das zeigen wir Ihnen anhand großartiger Beispiele in der Rubrik „Architektur und Urban Design“ auf Red Dot 21. Kaum eine gestalterische Disziplin vermag es, Lebensräume – und damit auch unsere Umwelt und kulturelle Identität – so sehr zu prägen wie die Bereiche Architektur und Urban Design. Der österreichische Architekt und Architekturkritiker Adolf Loos hat in einem Essay über Architektur einmal geschrieben: „Das Haus hat allen zu gefallen. Zum Unterschiede zum Kunstwerk, das niemandem zu gefallen hat. Das Kunstwerk ist eine Privatangelegenheit des Künstlers. Das Haus ist es nicht.“ Tatsächlich können Bauten nie losgelöst von der Wahrnehmung der Menschen gesehen werden. Sie sind keine Privatangelegenheit, da wir ihnen im Straßen-, Stadt- oder Landschaftsbild begegnen. Sie haben allein schon durch ihre Größe immer auch einen Bezug zur Umgebung, können sich in diese einfügen oder herausstechen. Beides hat durchaus seine Berechtigung. Letztlich geht es bei Architektur aber vor allem darum, Räume zu definieren und zu schaffen, in denen gelebt oder gelernt, gearbeitet oder produziert, etwas aufbewahrt oder gefeiert werden kann. Deswegen muss sich Architektur nicht nur mit der Umgebung, sondern vor allem auch mit dem Gebäudezweck befassen und funktionale, technische, soziale, ökologische ebenso wie emotionale, kulturelle und ästhetische Aspekte berücksichtigen. Wenn die Juroren des Red Dot Design Award die Einreichungen in dieser Disziplin beurteilen, unterscheiden sie deswegen zunächst nach dem Zweck eines Gebäudes – handelt es sich etwa um eine Bildungseinrichtung, eine Kirche, ein Büro- oder ein Wohngebäude? Erfüllt die formale Gestaltung diesen Zweck bestmöglich? Ist das Design des Gebäudes so ausgelegt, dass es die Erfahrung der Nutzer oder Bewohner verbessert? Dass diese sich wohlfühlen und sich auf das konzentrieren können, was sie überhaupt erst in das Bauwerk geführt hat? Denn der ästhetische Wert und der Gebrauchswert eines Bauwerks spielen in der Architektur eine gleichermaßen wichtige Rolle. Hinzu kommen bei der Begutachtung durch die Juroren Aspekte wie die Positionierung und Eingliederung eines Gebäudes in seine unmittelbare Umgebung, seine Proportionen, die Gestaltung der Fassade, also des Gesichts des Gebäudes zur Öffentlichkeit hin, aber auch Konstruktion, Materialwahl, Energieverbrauch, ökologische Bauweise und Nachhaltigkeit. In unseren Bildergalerien finden Sie eindrucksvolle Bauten bekannter und noch unbekannter Architekturbüros unter anderem aus den Bereichen Wohngebäude und Bildungseinrichtungen, die viele dieser Kriterien für gute Architektur erfüllen.

Öffentlicher Raum: Gestaltung für mehr Lebensqualität

Die Gestaltung des öffentlichen Raums ist äußerst komplex; gelungene Beispiele für tolles Urban Design aus aller Welt stellen wir Ihnen auf Red Dot 21 vor. Eine der wichtigsten Aufgaben übernimmt Design überall dort, wo es um die Planung und Gestaltung unserer Umwelt geht. Denn hierdurch wird unsere kulturelle Identität mindestens in gleichem Maße geprägt wie durch den Umgang mit industriell hergestellten Gütern. Die Gestaltung von Straßenzügen, Plätzen und Gebäuden sowie Wohn-, Arbeits- und Geschäftsvierteln übt nämlich einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unsere Lebensqualität aus: In keinem anderen Bereich greift der Mensch durch die Schaffung künstlicher Werke stärker in die Natur ein, als es im urbanen Raum geschieht. Daher ist es umso wichtiger, dass das Urban Design auf einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur und Umwelt basiert. Es geht darum, den öffentlichen Raum, Gebäude, Straßen, usw. – kurz: unsere Umwelt – so zu gestalten, dass der Einsatz von nicht erneuerbaren Energien und Rohstoffen reduziert und schädliche Einflüsse auf die Umwelt minimiert werden. Es geht aber auch darum, ein lebenswertes städtisches Umfeld zu schaffen, das Raum für Erholung, für das Zusammenkommen, gemeinsame Feiern und Ausgehen, aber auch zum Arbeiten und Einkaufen, für Behördengänge, fürs Lernen und für Kultur bietet. Ob eine solche Planung erfolgreich war, lässt sich oft erst nach Jahrzehnten feststellen. Es gibt jedoch auch kleinere Elemente, die den öffentlichen Raum prägen, und deren Akzeptanz durch die Bewohner sich schnell zeigt. Dazu gehören etwa die Aufstellung urbanen Mobiliars wie Parkbänke oder Abfalleimer, durchdachte Wegeleitsysteme oder robuste und einladende Spielplatzgeräte. Schauen Sie sich einfach in Ruhe unsere Bildergalerie „Urban Design“ an, um zu sehen, welche Ansätze Städte in aller Welt verfolgen, wenn es darum geht, das innerstädtische Leben ein wenig angenehmer zu gestalten.

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